Donnerstag, 14. Juli 2005

Nach London-Attentaten: Bomben-Drohungen halten ganz Warschau in Atem!

  • Beinahe tägliche werden nun Angriffe gemeldet
  • Bürgermeister: "Wie eine Stadt an der Kriegsfront"

Die polnische Hauptstadt Warschau wird in dieser Woche jeden Tag von neuen Bombendrohungen heimgesucht, die sich bisher alle als falsch erwiesen haben. Oberbürgermeister Lech Kaczynski (Partei PiS "Recht und Gerechtigkeit") hat deshalb nun 150.000 Zloty (37.000 Euro) Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Die größten Auswirkungen auf das Leben in der polnischen Großstadt hatte die Telefon-Drohung am Dienstag, in der U-Bahn sei eine Bombe platziert worden. Innerhalb von Minuten wurden etwa 20.000 Warschauer von dort ins Freie evakuiert. Erst gut drei Stunden später nahm die U-Bahn ihren regulären Fahrbetrieb wieder auf. Nach Auskunft der Polizei gebe es bereits Hinweise auf den Täter, den Oberbürgermeister Kaczynski auf Schadenersatz verklagen will.

Am gestrigen Mittwoch gingen neue Bombendrohungen bei der Warschauer Polizei ein - gegen zwei Einkaufszentren, eine Bank und wieder gegen die U-Bahn. Auf Evakuierungen wurde diesmal verzichtet. "Warschau verwandelt sich in eine Stadt an der Kriegsfront", kommentiert Oberbürgermeister Kaczynski die Situation.

Das Risiko eines Terroranschlags in Polen wurde von der Regierung nach den Londoner Anschlägen vor einer Woche als momentan gering eingestuft. Es gilt jedoch als sicher, dass die Warschauer Bombendrohungen von den Attentaten inspiriert wurden.
(apa/red)

14.7.2005 13:39