Opferstatistik aus dem Irak: Fast 1.600 Zivilpersonen im letzten Halbjahr getötet
- PLUS: Doppelanschlag vor Bagdads 'Grüner Zone'
·Attentat im Irak: Blutbad unter Kindern
Ein Selbstmord-Bomber tötet mehr als 30 Kinder!
Unter dem anhaltenden Konflikt im Irak hat in erster Linie die Zivilbevölkerung zu leiden. Die irakische Regierung unter Premier Ibrahim al-Jaafari veröffentlichte am Donnerstag Zahlen zu den Todesopfern in der ersten Hälfte dieses Jahres: Von Jänner bis Juni 2005 wurden demnach bei Anschlägen im Irak 1.594 Zivilpersonen, 620 Polizisten und 275 irakische Soldaten getötet.
Im Osten von Bagdad wurden nach Polizeiangaben vom Donnerstag die Leichen von zehn Männern gefunden. Die Leichen wiesen Schussverletzungen am Kopf auf. Den Opfern im Alter von 25 bis 35 Jahren wurden vorher die Hände gefesselt und die Augen verbunden.
Der Plan eines dreifachen Selbstmordanschlags in Bagdad ging am Donnerstag offenbar nicht auf. Unmittelbar vor der "Grünen Zone" mit dem Regierungssitz und dem US-Hauptquartier zündete ein Autofahrer den Sprengsatz in seinem Fahrzeug, und ein zweiter Angreifer brachte einen Bombengürtel an seinem Körper zur Explosion. Ein dritter Angreifer, ebenfalls mit einem Sprengstoffgürtel ausgestattet, wurde von Polizisten mit gezielten Schüssen gestoppt und verletzt. Mindestens neun Menschen wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt, unter ihnen fünf Polizisten. Ein überwiegend von Schiiten bewohntes Wohnviertel der irakischen Hauptstadt stand auch am Donnerstag noch unter dem Eindruck des blutigen Selbstmordanschlags, bei dem am Mittwoch bis zu 27 Menschen getötet wurden, darunter 18 Kinder und Jugendliche. Bei Kirkuk im Nordirak kamen unterdessen bei zwei Überfällen auf Fahrzeuge von Sicherheitskräften vier Polizisten und Soldaten ums Leben. Die unbekannten Angreifer hatten die Fahrzeuge beschossen.
US-Präsident George W. Bush hat laut einer Umfrage an Vertrauen bei der US-Bevölkerung eingebüßt, genießt aber weiter großen Rückhalt für seine Irak-Politik. 45 Prozent der Befragten sind mit Bush zufrieden, ein Prozent weniger als im Mai, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von "Wall Street Journal" und NBC hervorgeht. 49 seien mit Bush unzufrieden, zwei Prozent mehr als im Vormonat. 57 Prozent der Befragten sind allerdings mit dem militärischen und wirtschaftlichen Engagement der USA im Irak zufrieden, nur 42 Prozent sind damit nicht einverstanden. Der Irak ist nach Meinung der US-Bürger auch das wichtigste Thema, mit dem die Regierung sich befassen sollte (23 Prozent). Die US-Wirtschaft (19 Prozent) und der Terrorismus (17 Prozent) rangieren dahinter.
(apa/red)
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