Mittwoch, 13. Juli 2005

Niederlande: 17-jähriger Junge wegen Bombenbesitzes von Polizei festgenommen

  • Teenie in Kontakt mit Gruppe von Van Gogh-Mörder

Die niederländische Polizei hat einen 17-jährigen Jugendlichen in Amsterdam wegen der möglichen Vorbereitung eines Anschlags festgenommen. Der Jugendliche sei im Besitz einer selbst gebastelten Bombe gewesen, teilte die niederländische Staatsanwaltschaft in Den Haag mit.

Ihm werde vorgeworfen, mit "terroristischer oder anderer" Motivation einen Anschlag vorbereitet zu haben. Demnach stießen die Behörden am Rande von Ermittlungen zur mutmaßlichen islamistischen Hofstad-Gruppe auf den Jugendlichen. Der 17-Jährige stehe jedoch nicht im Verdacht, Mitglied der Gruppe zu sein, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Bombe, ein mit Schwarzpulver, kleinkalibriger Munition und einer Zündvorrichtung präpariertes Rohr, wurde nach Angaben der Ankläger im Zimmer des Jugendlichen im Amsterdamer Haus seiner Eltern gefunden. Der 17-Jährige unterstützte der Staatsanwaltschaft zufolge im Internet unter einem Pseudonym radikale islamistische Einstellungen. Er sei dort außerdem als Moderator verschiedener Diskussionsgruppen, die bedrohliche Texte, Bilder und Filme verschickt habe, aufgetreten. Der Jugendliche niederländischer Herkunft sollte demnach am Donnerstag vor einem Jugendrichter in Amsterdam erscheinen.

Die Hofstad-Gruppe gilt als Organisation, die Terroranschläge in den Niederlanden geplant und Kontakte zu inhaftierten Terroristen in Spanien unterhalten haben soll. Auch Mohammed B., der mutmaßliche Mörder des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh, soll ein Anführer der Gruppe sein.
(apa/red)

13.7.2005 14:32