Ansclag im Irak: Selbstmordattentäter reißt 31 Kinder in Bagdad mit in den Tod!
- Autofahrer näherte sich Fahrzeug der US-Armee
Mehr als 30 Kinder sind am Mittwoch bei einem Selbstmordanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben gekommen. Der Attentäter riss 31 Kinder unter 15 Jahren, einen 18-Jährigen sowie einen US-Soldaten mit in die Tod, als er seinen Wagen im Südosten der Stadt in die Luft sprengte, wie Krankenhausmitarbeiter und die US-Armee mitteilten. Mindestens 31 weitere Menschen wurden demnach verletzt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem Blutbad. Der Attentäter zündete den Sprengsatz nach Angaben eines Militärsprechers, als die Kinder mehrere Armeefahrzeuge umringten und die Soldaten um Süßigkeiten anbettelten.
Das Krankenhaus El Kindi teilte mit, es seien die Leichen von 24 Kindern im Altern von sechs bis 13 Jahren sowie eines 18-Jährigen eingeliefert worden. Ein weiteres Krankenhaus meldete sieben tote Kinder unter 15 Jahren. Ein Autofahrer habe sich einem Geländefahrzeug der US-Armee genähert, um das eine Gruppe von Kindern herumgestanden sei, und habe sich dann in die Luft gesprengt, sagte ein Militärsprecher.
Ein Augenzeuge namens Mohammed Ali Hamsa berichtete, die US-Soldaten seien in das Schiitenviertel El Jedidah gekommen, um die Anwohner vor einem angeblichen Selbstmordattentäter zu warnen und Straßen abzusperren. Etliche Kinder seien zu den US-Soldaten gelaufen, die Süßigkeiten verteilt hätten, sagte der 25-Jährige. Plötzlich sei aus einer Seitenstraße ein Fahrzeug hervorgeschossen, dessen Fahrer sich dann in die Luft sprengte.
Viele der toten und verletzten Kinder wurden ins Kindi-Krankenhaus gebracht, wo verzweifelte Angehörige nach Vermissten suchten und um die Toten trauerten. Weinende Frauen schlugen sich aus Verzweiflung ins Gesicht und auf den Kopf. "Ich war zu Hause, als ich die Explosion hörte", sagte Abu Hamed, dessen zwölfjähriger Sohn Mohammed bei dem Anschlag getötet wurde. "Ich rannte auf die Straße, um nach meinem Sohn zu schauen. Ich fand nur sein Fahrrad. Ich lief zum Krankhaus. In der Leichenhalle erkannte ich ihn an seinem Gesicht. Der übrige Körper war vollkommen verkohlt."
Hussein Radi trauerte um seinen elfjährigen Sohn. "Die, die das gemacht haben, sind keine Widerstandskämpfer, sondern Kriminelle", sagte er mit tonloser Stimme. "Warum greifen sie unsere Kinder, Zivilisten, Iraker an?", schrie Hassan Mohammed, der seinen 13-jährigen Sohn Alaa verlor. Radi Hamuds 13-jähriger Sohn überlebte den Anschlag, verlor aber beide Beine.
Ein 13-jähriger erzählte, wie er bei dem Anschlag seinen Freund Abbas verlor: Abbas sei zu den Soldaten gelaufen, die Süßigkeiten und Spielzeug verteilt hätten, berichtete Amir Hamad. Er habe ihm zugerufen, dass er auf ihn warten solle, aber da sei sein Freund schon weg gewesen. Dann sei hinter Abbas ein Auto aufgetaucht und explodiert. "Mir bleibt nur eine Sandale von ihm."
Der bisher letzte Anschlag im Irak, bei dem viele Kinder getötet wurden, ereignete sich Ende September. Bei der fast zeitgleichen Explosion von drei Autobomben starben damals in Bagdad 37 Kinder und vier Erwachsene.
Sunnitische Geistliche reagierten empört auf den Fund von elf Leichen im Norden von Bagdad, die Spuren von Folter aufwiesen. Polizisten hätten in der Nacht zum Sonntag in einem Schiitenviertel mehrere Häuser durchsucht und dabei elf Menschen festgenommen, sagte ein Mitarbeiter einer schiitischen Organisation. Am Dienstag hätten Polizisten dann die Leichen der Festgenommenen entdeckt; die Männer seien durch Kopfschüsse getötet worden.
Ebenfalls in Bagdad geriet am Mittwoch ein nicht gekennzeichnetes Auto der griechischen Botschaft unter Beschuss. Nach Angaben des Außenministeriums in Athen blieb der Fahrer unverletzt. Der Angriff sei nicht gezielt gewesen. Griechenland hat keine Soldaten im Irak stationiert, aber 300.000 Euro für die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte gezahlt.
(apa/red)
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