Saddam Hussein prophezeit: "US-Truppen werden bald aus dem Irak vertrieben"
- Gestürzter Diktator meldet sich aus dem Gefängnis
- Anwalt: "Saddam wurde geschlagen und gefoltert"
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Die US-Truppen werden nach Einschätzung des gestürzten Diktators Saddam Hussein bald von der Opposition aus dem Irak "vertrieben" werden. Dies betonte Saddams Anwalt Issam Ghazzawi in einem Interview mit einer österreichischen Tageszeitung. Saddam Hussein soll nach Angaben der irakischen Regierung in zwei oder drei Monaten der Prozess gemacht werden.
Der Anwalt bestritt in dem Interview mit "Der Presse", dass Saddam für den Giftgastod tausender Kurden und die Ermordung tausender Schiiten im Südirak verantwortlich ist und gab dem Iran die Schuld dafür. Die Anwälte wollten auch andere Richter für den Saddam-Prozess fordern: "Diese Richter sind illegal, sie sind Verräter. Sie kamen auf US-Panzern. Das Gericht ist illegal, weil es nach der Invasion konstituiert wurde. Ein Besatzer hat weder das Recht, Gesetze im besetzten Land zu verändern, noch Richter anzustellen."
Es müsse ein internationales Gericht geben, "denn die meisten Anklagepunkte sind internationale, etwa der Vorwurf des Völkermordes. Kein Land hat das Recht, den Präsidenten vor Gericht zu stellen."
Anwalt: "Saddam wurde geschlagen und gefoltert"
Saddam, der seit über 20 Monaten im Gefängnis sitze, sei "in den ersten zwei Tagen geschlagen und gefoltert" worden, "danach ließen sie ihn in Ruhe. Er hat keinen Kontakt zu Mithäftlingen, bekommt keine Zeitungen, keine Bücher", kritisiert Ghazzawi.
Da es noch keine offizielle Anklageschrift gebe, "müssen wir raten, was man unserem Klienten vorwirft", kritisiert Ghazzawi, der zu einem Team von 20 Anwälten gehört, die Saddam verteidigen. Ghazzawi rechnet damit, dass es "innerhalb der kommenden drei bis vier Monate eine Sitzung mit der Verlesung der Anklageschrift geben" wird. "Danach werden sie Jahre warten". Der Prozess werde möglicherweise erst 2008 beginnen.(apa)
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