Droht ein "Horror-Sommer"? Klimaexperten
rechnen in NEWS mit neuen Wetterkapriolen
- "Auf Hochwasserperioden folgen lange Dürrezeiten"
- PLUS: Alle Infos zum verheerenden Hochwasser
·Überschwemmungen im Juli 2005: BILDER!
PLUS: Die Fotos von
den Aufräumarbeiten
·Große Hochwasser in Österreich seit 1990
2002 drei Milliarden Euro Schaden zu beklagen
·So wird das Wetter!
Immer top-aktuell: Die Prognosen für heute und die nächsten Tage
·Hochwasserschutz seit '02 verbessert
In Mittersill Projekt ge- plant, aber nicht realisiert
·Hochwasser 2002: 2,3 Mrd. Euro Schaden
1,3 Mrd. davon in Nieder- und Oberösterreich
Das verheerende Hochwasser in Salzburg lässt bange Fragen aufkommen: Haben wir auch heuer wieder mit extremen Hitzewellen oder sintflutartigen Regenfällen zu rechnen? Internationale Klimaexperten sehen Wetterkapriolen betreffend weltweit turbulente Zeiten auf die Länder zukommen.
Und längst schon gelten für sie Ereignisse wie das Megahochwasser 2002 als ganz und gar nicht ungewöhnlich. Auch die Überflutungen der vergangenen Tage lassen sich damit auf einen einfachen Nenner bringen: Warme Mittelmeerluft wurde nach Norden transportiert, traf dort mit deutlich kühleren, feuchten Luftmassen zusammen. Eine naturgemäß brisante Mischkulanz, die in weiterer Folge für ergiebige Niederschläge sorgte. Kurzum: Wolkenchaos am Himmel sorgt für Hochwasserchaos auf Erden.
Meteorologen zuversichtlich
Otto Svabik, Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Wiener Hohen Warte, hat die Niederschlagsmengen der vergangenen Tage analysiert. Sein Fazit: Auch wenn an einigen unserer Messstationen in den vergangenen 72 Stunden Spitzenwerte von mehr als 180 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden, sind wir relativ glimpflich davongekommen. Und Stefan Schleicher, Klimaexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), resümiert: Wir müssen uns eben damit abfinden, dass in Hinkunft extreme Wetterverhältnisse stärker zu spüren sein werden. Verantwortlich dafür zeichnet der weltweit voranschreitende Klimawandel. Durch die zunehmende Erderwärmung können die Wolken mehr Feuchtigkeit aufnehmen die Folge sind vermehrte Regenfälle. Die Zunahme von derartigen Wetterkapriolen sind auf den verstärkten Treibhauseffekt zurückzuführen.
Massive Erderwärmung
Drei Viertel der globalen Erwärmungen, so erhoben Meteorologieexperten des renommierten Max- Planck-Instituts, sind auf menschliche Ursachen zurückzuführen. Werden keine Gegenmaßnahmen eingeleitet, könnte sich die globale Durchschnittstemperatur in den kommenden dreißig Jahren um bis zu vier Grad erhöhen. Die Folge: Gletscherschmelzen, Versteppung weiter Landstriche, massives Baumsterben. Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb von der Uni für Bodenkultur: Mittlerweile sind zunehmend auch in Europa witterungsbedingte Katastrophen programmiert. Ihre Anzahl hat sich seit den sechziger Jahren verdreifacht, die dadurch entstandenen volkswirtschaftlichen Schäden stiegen gar um das Neunfache an.
Regen und Dürre
Dass zeitgleich zu den Unwettern in Österreich Italien und Spanien von extremer Dürre heimgesucht werden, ist für Kromp-Kolb logisch: Die Niederschlagsmenge bleibt schließlich, global gesehen, gleich. Was bedeutet: Auf Hochwasserperioden folgen lange Dürrezeiten.
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