Mittwoch, 13. Juli 2005

Dramatische Flut-Folgen in Mittersill:
Schäden im dreistelligen Millionenbereich!

  • Bürgermeister verlangt erneut "kleinen Marshallplan"
  • Aufräumungsarbeiten laufen bereits auf Hochtouren

Nach dem Hochwasser in Teilen Österreichs werden nun die entstandenen Schäden ermittelt. Allein in der besonders stark betroffenen Gemeinde Mittersill im Pinzgau lägen sie "im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich", sagte Bürgermeister Wolfgang Viertler am Donnerstag. Der Ortschef verlangte erneut einen "kleinen Marshallplan", um die Region wieder aufzubauen und wirtschaftliche Impulse zu setzen.

"Mittersill gleicht einem Ameisenhaufen", sagte Viertler. Die Solidarität in der Bevölkerung und auch der Einsatz seitens der Feuerwehr und des Bundesheeres sei enorm: "Jeder hilft jedem und wo er nur kann", skizzierte der Bürgermeister die Situation. Das Aufräumen ist in vollem Gange - die gröbsten Arbeiten werden in den nächsten Wochen erledigt sein, die kleineren werden noch Monate dauern, so Viertler.

Verzweiflung bei Geschäftsinhabern
"Man kann sich gar nicht vorstellen, wie's im Ort drinnen ausschaut." Die Geschäfte könnten nicht aufgesperrt werden, da die Einrichtung völlig zerstört ist, sagte eine ältere Mittersillerin. "Manche Geschäftsinhaber überlegen, ob sie sich das nochmals antun. Manche haben einen Hänger - jetzt müssen wir denen Mut machen", meinte Viertler.

Aufräumungsarbeiten im Spital
Derweilen laufen die Aufräumungsarbeiten im evakuierten Krankenhaus auf Hochtouren. Ärzte und Schwestern beteiligen sich am Einsatz und werden auch von der Bevölkerung unterstützt. "Ab Montag beginnen wir um 8.00 Uhr mit der provisorischen Ambulanz", meinte der Bürgermeister.

Krisenstab eingerichtet
Einen Krisenstab zur Bewältigung der Schäden in Mittersill und im Oberpinzgau hat indes Infrastrukturstaatssekretär Mainoni im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie eingesetzt. "Es soll jedoch kein Hilfsflickwerk werden, sondern den Grundstein für einen zukünftigen infrastrukturellen Rahmenplan des gesamten Oberpinzgau darstellen", so Mainoni.

Schäden in Oberösterreich betragen über 7 Millionen Euro
In Oberösterreich hat das Hochwasser der vergangenen Tage einen geschätzten Schaden von 7,75 Mio. Euro verursacht. Das gab der für Katastrophenschutz zuständige ÖVP-Landesrat Stockinger am Donnerstag bekannt. Er rechnet mit bis zu 600 Anträgen.

(apa)

13.7.2005 08:56