Freitag, 15. Juli 2005

Nächster PISA-Tiefschlag für Österreich: In einigen Kategorien schwächer als Deutsche

  • Schwächen bei Problemlösen & Naturwissenschaften
  • Relativ gutes Abschneiden bei Lesen & Mathematik

Der am Donnerstag publizierte innerdeutsche PISA- Bundesländervergleich lässt einen interessanten Vergleich mit Österreich zu. Würde man Österreich in diese Untersuchung einrechnen, landen die heimischen Schüler in Mathematik und Lesen im Mittelfeld, im Problemlösen und den Naturwissenschaften sogar hinter dem deutschen Durchschnitt.

Im innerdeutschen Vergleich landeten Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen in allen Kategorien an der Spitze. 16. und Letzter war stets Bremen. Österreich hätte die Ränge fünf (Mathematik, Lesen) bzw. neun (Problemlösen) und elf (Naturwissenschaften) belegt. Weiters bemerkenswert: Alle deutsche Bundesländer haben sich im Vergleich zur ersten PISA-Studie verbessert, Österreich tendenziell eher verschlechtert.

In Österreich wurde im Gegensatz zu Deutschland, der Schweiz und Italien kein Bundesländer-Vergleich vorgenommen. Für Italien zeigte ein Regionen-Vergleich übrigens, dass das Trentino die besten Ergebnisse erzielte und isoliert noch vor Finnland landen würde. Südtirol würde ebenfalls noch vor Bayern liegen und damit beste deutschsprachige Region sein.

Bemerkenswert ist, dass es sowohl in Deutschland als auch Italien eklatante Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Regionen gibt. Der österreichische PISA-Chef Günter Haider meinte gegenüber der APA, dass PISA-Erfolge "wahrscheinlich nicht am Schulsystem, sondern innerhalb des Systems liegen". Individualisierung des Unterrichts und gute Förderung seien offenbar wichtiger als Fragen des Schulsystems.

(apa)

15.7.2005 15:41