Studie vorgestellt: Österreich liegt bei den Familienleistungen im Spitzenfeld der EU!
- Leistungen großteils an untere Einkommensgruppen
- Leichte Steigerung: Geburtenrate hat sich stabilisiert
Österreich liegt bei den Pro-Kopf-Familienleistungen im EU-Vergleich im Spitzenfeld. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervor, die am Freitag von Sozialministerin Ursula Haubner (B) und IHS-Chef Bernhard Felderer präsentiert wurde. Der größte Teil der Leistungen geht demnach an die untersten Einkommensgruppen, die auch am meisten Kinder bekommen.
Laut der Studie belegt Österreich hinter Luxemburg und Dänemark den dritten Platz im Vergleich der Kaufkraftparitäten. "Wir liegen damit weit über dem EU-Schnitt", so Felderer.
Auch bei den Erwerbsquoten der Frauen weist die Studie für Österreich einen positiven Wert aus. Im EU-Vergleich lasse man sogar die Musterländer Dänemark, Schweden und die Niederlande hinter sich, so der IHS-Chef. Demnach sind 83 Prozent der Frauen zwischen 20 und 49 Jahren ohne Kind erwerbstätig, bei Frauen mit ein oder zwei Kindern immer noch 73 Prozent. "Man kann nicht davon sprechen, dass die Erwerbsquote darunter leidet, dass Frauen Kinder bekommen", so Felderer.
Einkommen unter 13.000 Euro jährlich
Die meisten Leistungen gehen an Familien, die mit einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen pro Kopf von weniger als 13.000 Euro im Jahr auskommen müssen. Jene Einkommensgruppen bekommen der Statistik zufolge auch am meisten Kinder. Durch die Transfers, die bis zu einem Drittel des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen können, erhalten die Familien auch "mehr Spielraum in ihrer Lebensplanung", so Haubner.
Je höher die Einkommen hingegen sind, desto weniger Kinder werden geboren. Felderer sieht dafür einen einfachen Grund: "Bildung und Kinder korrelieren negativ".
Leichte Steigerung bei der Geburtenrate
In Bezug auf die Geburtenrate ortet die Sozialministerin eine "positive Grundstimmung" und ein "familienfreundliches Klima". Nachdem die Rate in den neunziger Jahren stark abgefallen ist, hat sie sich laut der Studie seit 2001 stabilisiert und weist seitdem eine leichte Steigerung von 1,33 Kinder im Jahr 2001 auf 1,44 Kinder pro Frau im Jahr 2004 auf. Felderer führt die Stabilisierung im Wesentlichen auf die Familienleistungen zurück. Haubner hofft in weiterer Folge sogar auf einen "Turnaround".
Trotz der "positiven Werte" sieht Haubner noch Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gerade deshalb habe man bei der "Familienallianz" Studien etabliert, so Haubner, um "über gesicherte Daten die Familienleistungen weiter zu verbessern". Felderer sieht bei Kinderbetreuungseinrichtungen noch Nachholbedarf.
(apa)
