Kampf um Studienplätze an Österreichs Universitäten: Bald sind Juristen am Wort
- Zulassung: Deutsche Anwälte wollen Klagen
- Theo Öhlinger sieht "chaotische Rechtssituation"
·"Numerus clausus light" in Graz & Tirol?
100 Deutsche an Medizin- Uni Wien inskribiert!
·Medizin-Uni Wien stoppt Vorerfassung
1.200 Deutsche für 600 Plätze vorangemeldet
·SPÖ will nationalen Uni-Entwicklungsplan
Broukal: "Land braucht mehr Akademiker"
·Uni-Zugang: SP wollte
Gesetz zustimmen
BZÖ-Bleckmann: "Wenn auch Grüne dafür sind"
·Uni-Zugang: WU Wien
plant "Eingangsphase"
Wer Prüfung nicht schafft,
muss die Uni verlassen
·Regierung schränkt den Uni-Zugang ein!
In acht Fächern gibt es ab
Herbst Beschränkungen
·Uni-Zugang: Neue Regelung im Wortlaut
Änderungen betreffen das Universitätsgesetz
·Langer "Leidensweg" unserer Studenten
Beihilfenkürzung, Gebühr und Aufnahmehürden
·Hintergrund-Info: Uni-Zugang in Europa
Fast in allen Ländern Beschränkungen
An den Inskriptionsschaltern der Medizin-Uni Wien hat am Donnerstag der Endspurt um die letzten 300 Studienplätze begonnen. Vor allem deutsche Studienwerber warteten mittags auf die Öffnung der Studienabteilung. Anderenorts scharren die Juristen in den Startlöchern - die Uni hat bereits zahlreiche Schreiben erhalten, die im Falle der Nicht-Zulassung von Mandanten rechtliche Schritte androhen.
Verfassungsjuristen geben abgewiesenen Studienwerbern "sehr gute Erfolgschancen". "Die Rechtssituation ist chaotisch, das Auswahlverfahren nicht rational, sondern eine Ad-Hoc-Maßnahme", so der Verfassungsrechtler Theo Öhlinger.
Die Hochschülerschaft (ÖH) wiederum hat ein "Notfallberatungspaket" für abgewiesene Studienwerber angekündigt. Die Rechtsexperten im ÖH-Beratungszentrum hätten "Tipps und Tricks auf Lager, damit jeder und jede am Ende des Tages das studieren kann, was er/sie will".
Einspruch mit "wenig Erfolgsaussichten"
Als "völlig gesetzeskonform" bezeichnet dagegen die Medizin-Universiät Wien ihre Zulassungspraxis. Rektor Schütz bedauerte die Verunsicherung betroffener Studienwerber, "bei denen hier falsche Erwartungen geweckt werden". Ein Einspruch würde "wenig Erfolgsaussichten haben und zudem kaum vor 2007 entschieden werden können".
Bundeskanzler Schüssel bezeichnete eine Qualitätsauslese für den Uni-Zugang als notwendig. Zu den Turbulenzen, die das EuGH-Urteil zum Hochschulzugang verursacht hat, meinte er, dass es "genügend Vorbereitungszeit für die Universitäten" gegeben habe. Konkrete Gespräche über die möglichen Konsequenzen des EuGH-Urteils habe es erst seit einigen Wochen gegeben hat, entgegnete Rektorenchef Badelt.
SPÖ und Grüne mit Forderungen an Schüssel
SPÖ-Wissenschatssprecher Broukal appellierte an Schüssel, mit seinem deutschen Amtskollegen nach einer geeigneten Lösung zu suchen. Mehr Studienplätze und zusätzliche finanzielle Mittel forderte Grünen-Chef Van der Bellen.
Die Elternverbände sehen die Diskussion um den Hochschulzugang nur als aktuelles Beispiel für den Platzmangel im gesamten Bildungssystem. Und die SPÖ-Studenten griffen zu den Malfarben: Mit auf den Asphalt gezeichneten Leichenumrissen und Kunstblut ließen sie Schüssel und Bildungsministerin Gehrer das "Bildungsrecht ermorden". (apa/red)
