Donnerstag, 14. Juli 2005

Nach Mordversuchen im UKH: Hinweise auf Tötungsversuch bereits bei der Wanderung

  • Polizei: 31-jähriges Opfer wurden erstmals befragt
  • "Verdacht auf einen Mordversuch am Untersberg"

Nach dem Doppelmordversuch an seinem Bergkameraden und einem Oberösterreicher (71) auf der Intensivstation im Salzburger Unfallkrankenhaus (UKH) wurde Ende Juli eines der beiden Opfer - der 31-jährige Grazer - zum ersten Mal von Kriminalbeamten befragt. "Dabei hat sich unser Verdacht auf einen Mordversuch am Untersberg bestärkt", sagte Major Gerhard Waltl am Samstag.

Der 45-Jährige Verdächtige aus Kuchl war am 3. Juli mit dem Grazer Ulrich H. und dessen Lebensgefährtin auf dem Untersberg unterwegs gewesen. Dabei stürzte der Steirer 40 Meter in die Tiefe und verletzte sich schwer.

Wann die erste richtige Einvernahme des Opfers - zunächst gab es lediglich eine erste Befragung - erfolgt, konnte Major Gerhard Waltl noch nicht sagen: "Wir brauchen dazu grünes Licht von den Ärzten". Mehr war vorerst nicht von den Kriminalisten zu erfahren. Weitere Aufschlüsse dürfte es aber bei der richtigen Einvernahme geben.

Der 45-Jährige Verdächtige aus Kuchl war am 3. Juli mit dem Grazer Ulrich H. und dessen Lebensgefährtin auf dem Untersberg unterwegs gewesen. Dabei stürzte der Steirer 40 Meter in die Tiefe und verletzte sich schwer. Seine Lebensgefährtin, die als erste der Dreiergruppe gegangen war, bemerkte den Unfall erst, als Ulrich H. bereits fiel. Geplagt von Schuldgefühlen hat der 45-jährige Salzburger am 10. Juli den Bergkameraden in der Intensivstation des Spitals mit einem Stanley-Messer lebensgefährlich verletzt haben und - vermutlich um die Spur zu vertuschen - ebenso einen im gleichen Zimmer untergebrachten Pensionisten aus Oberösterreich.

Einen Tag vor dem Attentat sollte bei dem Grazer bereits die Tiefschlafphase beendet und mit der Aufwachphase begonnen werden. Ob der Verdächtige davon wusste, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass der mutmaßliche Täter "mehrfach vorher schon als Besucher in der Intensivstation gewesen war. Er war als sein Retter nach dem Bergunfall dem Personal bekannt", hatte Primar Alois Karlbauer festgehalten.

Ein Lokalaugenschein mit dem 45-jährigen Verdächtigen wurde am 18. Juli im UKH durchgeführt. Dabei gab der Kuchler an, dass er sich an alles, was im Zusammenhang mit der Tat im Spital steht, nicht erinnern könne. Als Grund dafür nannte der Festgenommene Unterzuckerung. (apa/red)

14.7.2005 10:41