"Sasser"-Urteil wird für heute erwartet: Kammer braucht mehr Zeit für die Beratung
- Prozess dauert länger als ursprünglich geplant war
- Schlimmstenfalls drohen Entwickler fünf Jahre Haft

·Sasser-Erfinder legt sein Geständnis ab
Angeklagter Teenager ist ein echter PC-Fachmann
·Erste Zivilverfahren sind bereits beendet
Parteien einigen sich auf Zahlung unter 1.000 Euro
·Sasser: Beobachter diskutieren die Strafe
Uneinigkeit über den Sinn
einer harten Bestrafung
·Sasser-Autor gesteht Verbreitung von Virus
19-Jähriger legte weltweit
unzählige Rechner lahm!
·Netsky immer noch in den Viren-Top 10
Wurm wurde vor über einem Jahr freigesetzt!
·Würmer sind jetzt noch aggressiver!
Die "Sasser"-Plage wirkt dagegen beinahe harmlos
·"Sasser" infizierte Millionen Computer
Microsoft setzte Kopfgeld aus, Flüge gestrichen
·Viren-Rekord: Neue
Bösewichte 2004
Drei Schädlinge sorgten für Hälfte der Attacken
·Sasser-Wurm kam direkt aus der Idylle
Nachbarin: Das ist so ein freundlicher, junger Mann
Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Entwickler des Sasser-Wurms zieht sich in die Länge. Ursprünglich war das Urteil gegen den 19-jährigen Sven J. für Donnerstag geplant. Da sich die Kammer ausreichend Zeit zur Beratung nehmen will, wurde die Urteilssprechung auf Freitag verschoben. Sven J. soll im Mai vergangenen Jahres den Sasser-Wurm und kurz darauf den Nachfolger Netsky in Umlauf gebracht und damit enormen Schaden angerichtet haben.
Am zweiten Verhandlungstag im Sasser-Prozess sagte ein Microsoft-Mitarbeiter über die ausgenutzen Sicherheitslücken in den Betriebssystemen Windows XP und 2000 aus. Er erklärte außerdem, wie sich die Würmer in die Computer einschleichen konnten, berichtet ZDNet.de. Bereits am ersten Verhandlungstag am Dienstag hatte der 19-Jährige sein umfassendes Geständnis wiederholt.
Der Computer-Wurm Sasser infizierte in kürzester Zeit Millionen Rechner und brachte diese zum Absturz. Als Folge davon mussten sogar Flüge von Delta Airlines gestrichen werden, allein 1.200 Rechner der Europäischen Kommission waren außer Gefecht. Der angeklagte Schaden beträgt 130.000 Euro, tatsächlich dürfte er in Millionenhöhe liegen. Der Grund für die Diskrepanz liegt in den befürchteten Imageschäden: Zahlreiche Unternehmen meldeten aus Rücksicht auf ihr Image nicht die entstandenen Schäden.
Der mutmaßliche Sasser-Entwickler war zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt, daher wird nach Jugendstrafrecht verhandelt. Im schlimmsten Fall drohen ihm fünf Jahre Haft. Danach sieht es nach Expertenmeinung allerdings nicht aus. Vergleichbare Fälle endeten mit Bewährungsstrafen oder Sozialdiensten. (red)
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