Mittwoch, 6. Juli 2005

Lust auf Rezept: Das Geschäft mit den Potenzpillen nimmt auch in Österreich zu

  • Sexpillen: Was sie kosten und wer sie wirklich nimmt
  • PLUS: Levitra, Viagra und Cialis im Vergleich!

Das Geschäft mit den Potenzpillen: Was sie kosten und wer sie wirklich nimmt. Plus: Levitra, Viagra und Cialis im Vergleich!
Sexuelle Revolution: 15 bis 20 Millionen Männer schlucken bereits Pillen gegen Impotenz – in Österreich sind es mehr als 80.000.

Dieses Weihnachtsfest hätten die Mitarbeiter einer Wiener Baufirma wahrscheinlich ihr Leben lang nicht vergessen. Der Chef, wohlgemerkt nicht jener landesweit bekannte und aus allen Societykolumnen lachende Baumeister mit notorischen Eheproblemen, wollte seinen Arbeitern offenbar etwas ganz Besonderes unter den Christbaum legen – und sprach diesbezüglich in der Apotheke seines Vertrauens vor. „Er verlangte eine Packung Viagra für jeden seiner Angestellten“, erinnert sich Max Wellan, Apotheker und gleichzeitig Vizepräsident der Wiener Apothekerkammer, an jenen denkwürdigen Besuch. Das Pech des Baumeisters: Viagra ist ebenso wie die beiden anderen Potenzmittel Levitra und Cialis in Österreich streng rezeptpflichtig. Wellan: „Da können wir nicht einmal für selbst ernannte Weihnachtsengerln eine Ausnahme machen.“

Bestseller Potenz. Doch auch ohne absatzfördernde „Weihnachtsaktionen“ entwickeln sich die pharmazeutischen Kraftmacher seit Jahren zu Bestsellern. Kaum ein Jahr, in dem sich die drei Pharmakonzerne Pfizer (Viagra), Bayer (Levitra) und Eli Lilly (Cialis) nicht über horrende Umsatzsteigerungen bei Potenzmitteln freuen dürfen, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt.

  • Marktführer Pfizer setzte im Jahr 2004 weltweit sagenhafte 1,5 Milliarden Euro allein mit Viagra um, das waren um 25 % mehr als noch im Jahr 2001.

  • Hauptkonkurrent Bayer, dessen Präparat Levitra erst 2003 auf den Markt gekommen ist, erzielte 2004 einen weltweiten Umsatz von 193 Millionen Euro.

  • Und Cialis, ebenfalls erst seit 2003 auf dem Markt, spielte dem Konzern Eli Lilly 2004 166 Millionen Euro in die Kassen.

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    6.7.2005 17:25