Arnie schlägt zurück
- Gouvernator im Gespräch mit News: Die Abrechnung

Exklusiv: Österreichs prominentester Politiker, Arnold Schwarzenegger, im Interview über seine Kritiker in den USA und Österreich, seine Chance auf die Bush-Nachfolge und sein Verhältnis zu Hollywood.
Sein Händedruck ist kräftig, sein Gesicht tief gebräunt und erstaunlich glatt für einen 58-Jährigen. In der persönlichen Begegnung wirkt er, trotz imponierender 188 Zentimeter Körpergröße und 110 Kilo Gewicht, etwas kleiner als auf der Kinoleinwand. NEWS trifft den in die Politik gewechselten Exbodybuilder und Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger, der vor knapp zwei Jahren in eine der undankbarsten und schwierigsten Rollen seines Lebens gewählt wurde. Als Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, dessen 35 Millionen Einwohner die sechstgrößte Volkswirtschaft der Erde repräsentieren, soll er den Schuldenberg abtragen, den seine Vorgänger aufgehäuft haben. Der berühmteste lebende Österreicher empfängt uns in einem schlichten Besprechungszimmer seines Amtssitzes, in einem Seitenflügel des Kapitols in der Hauptstadt Sacramento. Neben dem langen Holztisch stehen wuchtige Bronzebüsten seiner Idole: Amtsvorgänger Ronald Reagan und Republikaner-Legende Abraham Lincoln, vom lokalen Künstler Robert Berks.
In den Nebenzimmern werkt Arnies Team unter Hochdruck. Ständig läuten Telefone und Handys, die drahtlosen BlackBerrys piepsen, während Kuriere mit dicken Aktenordnern die Gänge im Eilschritt entlanghuschen. Das im Hof errichtete Beduinen-Zelt, in dem Arnie einst Zigarren paffte und verteilte, während er spektakuläre Deals abschloss, wirkt verwaist. In der größten Krise seiner anfangs so erfolgreichen Amtszeit kämpft der Gouvernator verzweifelt um ein Comeback: Seine Popularität ist nach monatelangen Protesten populärer Berufsgruppen wie Krankenschwestern, Lehrern oder Feuerwehrleuten von 65 auf 37 Prozent abgesackt.
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