IHS-Studie warnt: Arbeitsmarktsituation der
Frauen ist als problematisch einzuschätzen
- Konjunkturbelebung kommt primär Männern zugute
- SP-Prammer sieht dringenden Handlungsbedarf
·Einkommen steigen heuer nur marginal!
Die Österreicher spüren Inflation daher deutlich
·Juni-Bilanz: 4,2%mehr Job-Suchende
Österreich: Immer mehr Frauen ohne Arbeit
Das Institut für Höhere Studien (IHS) gibt keine Entwarnung: "Die Arbeitsmarktsituation der Frauen ist als problematisch einzuschätzen. Die jüngste Konjunkturbelebung kommt primär Männern zugute, und reduziert nicht die Frauenarbeitslosigkeit". Dies ist eine der Schlussfolgerungen der Studie "Frauen am Arbeitsmarkt - Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2004".
Zentral ist laut IHS die Lösung des Problems der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das IHS gibt zu bedenken, dass die tatsächliche Frauenarbeitslosenquote durch die Verlängerung der Karenzzeit auf drei Jahre sowie durch die Erhöhung der Teilnehmerinnen an AMS- Schulungen reduziert wird: Im Jahr 2000 wurden im Jahresschnitt 28.585 Jobsuchende auf Schulung geschickt, 2004 waren es bereits 42.645. Im Juni 2005 gab es laut AMS mit Stichtag 30. Juni 47.553 Schulungsteilnehmer, davon 23.545 Frauen und 24.008 Männer.
Deshalb spricht das IHS auch von einer "erweiterten Arbeitslosigkeit" und zählt Karenzgeldbezieher und Schulungsteilnehmer zur Statistik dazu. Die erweitere Arbeitslosenquote der Frauen sei "ganz erheblich gestiegen" und beinahe gleich hoch wie jene der Männer.
Für das IHS ist die Entwicklung der Frauenarbeitslosigkeit "Anlass zur Sorge": Frauen mit Kinderbetreuungspflichten oder mit niedriger, aber auch mit hoher Qualifikation sowie Migrantinnen seien im Jahr 2004 besonders betroffen gewesen.
Die Studie weist auch darauf hin, dass Männern der Wechsel von Teilzeitbeschäftigung in Vollzeit leichter gelingt als Frauen: 72 Prozent der Männer, aber nur 23 Prozent der Frauen waren im Jahr 2000 wieder in einem Vollzeitjob zu finden, nachdem sie 1995 in einer Teilzeitbeschäftigung waren.
Für das IHS besteht Handlungsbedarf, damit sich die Frauenarbeitslosigkeit nicht verfestigt und zu einem strukturellen Problem wird. Für eine Lösung des Problems seien neben Maßnahmen, um Familie und Beruf leichter vereinbaren zu können, auch Maßnahmen zur besseren Qualifizierung und Integration von Migrantinnen zentral, betonen die Experten.
Haubner setzt auf Kinderbetreuungseinrichtungen
Sozialministerin Ursula Haubner hat angesichts der Frauenbeschäftigung mehr Kinderbetreuungseinrichtungen und eine Evaluierung der Höhe der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld angeregt. "Um alternative, arbeitsnahe und flexible Kinderbetreuungseinrichtungen anzuregen, unterstützt das Sozialressort seit heuer mit 700.000 Euro gezielt Pilotprojekte, die besonders auf Frauenarbeitsplätze Rücksicht nehmen", so Haubner.
Die Grüne Frauensprecherin Brigid Weinzinger sieht wiederum einen dringenden Reformbedarf beim Kindergeld. Es herrsche "Alarmstufe rot" bei der Frauenbeschäftigung für Frauenministerin Maria Rauch-Kallat. Weinzinger hält es auch für völlig unverständlich, dass Rauch-Kallat die IHS-Studie über die steigende Frauenarbeitslosigkeit unter Verschluss halten wollte und "die Ergebnisse beim von ihr selbst einberufenen Arbeitsmarktgipfel verschämt verschwiegen hat".
Prammer sieht dringenden Handlungsbedarf
Die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer sieht dringenden Handlungsbedarf für die Frauenerwerbstätigkeit. "Es gibt keine Entwarnung für Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V), die Arbeitsmarktsituation der Frauen ist sehr problematisch, zentrales Problem ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, und es besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Regierung", so die Zweite Nationalratspräsidentin am Sonntag in einer Aussendung.
Besonders "verwerflich" ist für Prammer, dass Rauch-Kallat die brisanten Ergebnisse der Studie beim "Runden Tisch" bewusst verschwiegen hat, um die Lage als "nicht so dramatisch" darstellen zu können. "Diese Art der 'Vogel-Strauss-Politik' ist absolut verantwortungslos"
ÖVP weist Kritik zurück
ÖVP-Frauensprecherin Elisabeth Scheucher-Pichler hat die Kritik der Opposition in Sachen Frauenbeschäftigung als "absolut unverständliche Panikmache" zurückgewiesen. Parallel zur leicht steigenden Arbeitslosenquote bei Frauen gebe es seit Jahren eine Erhöhung der Frauenbeschäftigung, die sich auch im Jahr 2005 fortsetze. So sei im Mai 2005 die Zahl der unselbständig beschäftigen Frauen um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen.
(apa)
Euro-Krise Spanien16:18
Spanien am AbgrundRettung einer maroden Großbank stößt Spanien tief in den Strudel der Euro-Krise
Steiermark19:54
Tödlicher TauchgangFrau fährt in einen Wasserkanal der Mur. Lenkerin wird nur noch tot geborgen.
EURO 2012 Deutschland19:32
EM ohne DraxlerLöw sortiert vier Spieler aus dem Teamkader aus. Auch Stürmer Cacau nur Zuseher.

