Spritpreis schon wieder erhöht:
Diesel um 3 Cent teurer, Benzin um 2 Cent
- Ölpreis steigt und steigt: 1 Barrel kostet fast 62 $
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Dieselautos rechnen sich ab 13.000 km pro Jahr
Die Spritpreise sind zu Beginn der Ferien in Westösterreich schon wieder gestiegen. Nach Shell und BP hat Freitagmittag auch die OMV die Richtpreise für Benzin um 2 Cent und für Diesel um 3 Cent angehoben, bestätigte ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage der APA. Eurosuper kostet damit jetzt erstmals mehr als 1,10 Euro - konkret an Selbstbedienungstankstellen maximal 1,114 Euro je Liter. Und auch der Dieselpreis hat mit 1,054 Euro einen neuen historischen Rekordwert erreicht.
Die Spritpreisanhebung war bereits die vierte in Folge binnen einem Monat, zuletzt hatten die Tankstellen die Richtpreise am 20. Juni erhöht. Die Mineralölkonzerne argumentieren die Anhebung mit "dramatisch gestiegenen" Öl- und Produktpreisen.
Die Terror-Anschläge in London hätten die Ölpreise nur kurzfristig sinken lassen, sagte BP-Österreich-Sprecherin Monika Matausch zur APA. Der kurzfristige Preisrückgang sei nur auf die "Nervosität des Marktes" zurückzuführen gewesen. Längerfristig seien keine dämpfenden Auswirkungen zu erwarten. Am Freitag hätten die Preise bereits wieder das Niveau vor den Anschlägen erreicht. Angesichts der Sorge vor weiteren Produktionsausfällen im Golf von Mexiko durch den Hurrikan "Dennis" würden die Ölpreise eher wieder hinaufgehen, so Matausch.
Der Preis für ein Fass US-Leichtöl (zur Lieferung im August) stieg in New York am Freitag wieder auf 61,35 Dollar (51,31 Euro) an, ein Plus von 62 Cent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages. Unmittelbar nach den Anschlägen war der Ölpreis in New York zwischenzeitlich deutlich unter 60 Dollar gefallen. Auch in London kletterte der Ölpreis nach Rückgängen am Vortag wieder um 57 Cent auf 59,85 Dollar.
Experten vergleichen die Entwicklung mit jener nach den Anschlägen vom 11. September 2001, wo der Ölpreis nach einem kurzen Abfall ebenfalls neue Rekordwerte erreicht hatte.
"Wir verstehen, dass die hohen Spritpreise niemanden freuen", betonte Matausch. Auch BP Österreich sei jedoch gezwungen, die Ölprodukte teuer einzukaufen. In den ersten Tagen dieses Monats sei der Preis für eine Tonne Diesel am Rotterdamer Markt von 558 auf 592 Dollar und für eine Tonne Benzin 540 auf 582 Dollar gestiegen. Seit Jahresbeginn habe sich der Preis für Eurosuper an den internationalen Märkten um 86 Prozent erhöht, für Diesel um 54 Prozent. An den österreichischen Zapfsäulen hätten die Preise dagegen für Benzin "nur" um 31 Prozent zugelegt, für Diesel um 21 Prozent, rechtfertigt sich BP.
Autofahrerclubs und Arbeiterkammer laufen Sturm
Autofahrerclubs und Arbeiterkammer (AK) sind auf den Barrikaden. Laut Arbeiterkammer (AK) kostet die Anhebung "gerade rechtzeitig zur nächsten Sommerreisewelle" die Autofahrer aufs Jahr gerechnet fast 200 Mio. Euro. Nach Meinung von ÖAMTC und ARBÖ ist Benzin und Diesel in Österreich viel zu teuer. Ihrer Meinung nach hätten die Mineralölkonzerne die Spritpreise eigentlich senken müssen.
Schon im Jahr 2004 habe eine Sommer-Spritpreisanalyse des Clubs gezeigt, dass das Tanken von Ferienbeginn bis Ferienende stetig teurer geworden sei. Für einen Liter Superbenzin sei der Preis in den Ferienmonaten des Vorjahres im Schnitt um 2,2 Cent gestiegen, beim Diesel sei die Preiserhöhung mit 5,9 Cent pro Liter noch höher ausgefallen.
Das Argument der Mineralölkonzerne, wonach die Treibstoffpreise auch an den internationalen Märkten gestiegen seien, lässt der ARBÖ nicht gelten. Am Spotmarkt von Amsterdam Rotterdam Antwerpen habe die Tonne Diesel am Donnerstag nur noch 576 Dollar gekostet und damit um 20 Dollar weniger als noch am Tag davor. Auch bei Eurosuper sei es zu einem kleinen Preisrückgang um 3 Dollar auf 582 Dollar pro Tonne gekommen, so der ARBÖ.
(apa)
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