Hartlauers neues Flaggschiff: Fotolöwe baut in Wien seinen bisher größten Laden!
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- 1.300 Quadratmeter-Laden wird im Herbst eröffnet
Immobilien-Coup des Fotolöwen: Robert Hartlauer baut in der Wiener Mariahilfer Straße seinen bisher mit Abstand größten Laden. Nach langem Tauziehen um den Wiener Top-Standort erhielt Hartlauer den Zuschlag für das ehemalige Schuhhaus Mayer. Der 1.300 Quadratmeter große Laden wird als größtes Geschäft der Kette der neue Hartlauer-Flagship-Store. Nach dem Umbau wird rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft aufgesperrt.
Der große Traum des Elektrohändlers Robert Hartlauer, in seinem mit Stollenreifen, Sandgittern und Dachzelt ausgerüsteten Puch G Südafrika zu durchqueren, muss noch ein bisschen warten. Vor drei Monaten ist der Dreißigjährige Vater einer Tochter geworden, die er - passend zu seinem Werbeauftritt als Fotolöwe - Leonie getauft hat. "Wir machen heuer bloß Urlaub am Wörthersee", verrät er.
Austoben kann sich der Oberösterreicher, der die Foto-, Elektro- und Optik-Kette Hartlauer Ende 1999 von seinem Vater Franz Josef übernommen hat, als Unternehmer. Die in Steyr beheimatete Handelsfirma, die mit derzeit 154 Filialen 2004 knapp 218 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet hat, muss durch die anhaltende Konsumflaute gesteuert werden. Die Ergebnisse zu halten ist da schon schwer, expandieren um so mehr.
Robert Hartlauer, der einst 24-jährig in die übergroßen Fußstapfen seines kurz nach Firmenübergabe an einer Krebserkrankung verstorbenen Vaters treten musste, hält sich dabei gut: 2004 erzielte er trotz widriger Rahmenbedingungen ein fast zehnprozentiges Umsatzplus. Überhaupt steht die Firma solide da. Hartlauer: "Die Renditen in der Branche sind niedrig, aber wir schreiben Gewinne."
Jetzt verbucht der Junglöwe einen Expansionserfolg, der den Geschäftsgang weiter ankurbeln wird: Er übernimmt das zweigeschoßige, rund 1.300 Quadratmeter Verkaufsfläche große ehemalige Geschäft der insolventen Handelsfirma Mayer Schuhe. Der Laden war wegen komplizierter mietrechtlicher Konstellationen lange leer gestanden. "Wir haben uns mit dem Hauseigentümer geeinigt", sagt Hartlauer. "Wir errichten dort unser größtes Geschäft, einen Flagship-Store, der alle Stückeln spielen wird."
Wenn in dem Geschäft im Herbst erstmals die Rollbalken hochgehen, wird ein Schlaglicht auf das Unternehmen fallen, das in seiner turbulenten Geschichte zu einem Nahversorger mit recht unkonventionellem Produktmix herangewachsen ist: Die Foto-Sparte, mit der die Kette groß geworden ist, macht jetzt nur noch ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Ein weiteres Drittel erwirtschaftet Hartlauer mit Brillen und Hörgeräten, den Rest mit HiFi und Elektronik.
Im Fotogeschäft hat er sich frühzeitig als Experte für digitale Fotografie positioniert und damit den richtigen Riecher bewiesen: 2004 wurden in Österreich 600.000 digitale und nur noch 150.000 analoge Fotoapparate verkauft. Leicht ist dieses Geschäft für Hartlauer trotzdem nicht. Allein im vergangenen Jahr sind die Kamerapreise um bis zu vierzig Prozent eingebrochen. Das so entstehende Umsatzloch ist nur mit Mühe durch Mehrverkäufe zu stopfen.
Dazu kommt die Verkürzung der Produktzyklen von mehreren Jahren auf nur noch wenige Monate: Wird ein Gerät nicht rasch genug verkauft, ist es gleich veraltet und muss mit Verlusten abgestoßen werden. Hartlauer: "Ich experimentiere daheim stundenlang mit neuen Modellen, um den Anschluss an die Technik nicht zu verlieren."
Ein Hoffnungsmarkt für Hartlauer sind die boomenden Hörgeräte. Bereits in 72 Läden hat er sie im Sortiment, und auch in den restlichen Shops bestünde Nachfrage. Allerdings muss er laut geltender Rechtslage für je zwei Geschäfte einen so genannten Hörgeräte-Meister anstellen, doch diese Berufsgruppe ist rar am Arbeitsmarkt. Hartlauer: "Die Leute teuer von der Konkurrenz abzuwerben, zahlt sich auch nicht aus."
Der Coup mit dem neuen Megastore ist für Hartlauer umso befriedigender, als er für ihn nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen sentimentalen Erfolg darstellt: Hartlauer senior hatte während einer Firmenkrise in den Neunzigern gute Standorte zu Geld machen müssen und dabei seinen einzigen Laden in der Mariahilfer Straße gegen eine fette Ablöse verkauft. Seit Jahren war Robert Hartlauer in der begehrten Einkaufsmeile auf Standortsuche gewesen. "Die Eröffnung rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft wird ein Fest", meint er.
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