Donnerstag, 7. Juli 2005

Kein Stein blieb auf dem anderen: Admira orientiert sich in neuer Saison nach oben!

  • Präsident Weiss: "Ende der Bedeutungslosigkeit"
  • Michael Hatz: Vom Abwehrspieler zum PR-Mann

Wie in Salzburg so ist auch in der Südstadt während der Sommerpause kein Fußball-Stein auf dem anderen geblieben. Nordea Admira, in der vorigen Saison Tabellenachter der T-Mobile-Bundesliga, orientiert sich in Zukunft nach oben. Hans-Werner Weiss, der Geschäftsführende Präsident, spricht vom "Ende der Bedeutungslosigkeit". Mit einer neuen Mannschaft und vielen Aktivitäten wolle man den Wahrheitsbeweis antreten, dass doch Zuschauer ins Stadion zu bekommen sind.

Durch den Einstieg des iranischen Industriellen Majid Pishyar ("er hat bisher jedes Wort eingehalten") mit seinem Unternehmen "32Group" ist eine neue Aufbruchstimmung eingezogen. "Wir sind unseren Partnern, Sponsoren, Freunden und Investoren gegenüber verpflichtet", nannte Weiss den Hauptgrund, warum der Schnitt mit 25 Ab- und 13 Zugängen (plus zehn Junge aus der eigenen Akademiker) gemacht worden war. Mit dem polnischen Abwehrhünen und Teamkapitän Tomasz Hajto (1. FC Nürnberg) könnte noch ein 14. Neue hinzukommen.

"Wir haben vernünftig eingekauft, haben mit Mandl, Wagner, Flögel und Wallner Führungsspieler, von denen der eine oder andere zurück ins ÖFB-Team will und die die Jungen führen können. Wir haben eine Qualitätsverdichtung vorgenommen", so Weiss. Für Dominik Thalhammer sind die gravierenden personellen Veränderungen "ein totaler Schnitt." Es seien Spieler verpflichtet worden, die noch Ziele und Ambitionen haben. Man wird sehen, ob sich die Zuschauer mit ihnen identifizieren können", meinte der Trainer.

Als Ziel setzt er sich und seiner Truppe "einen klare Rangverbesserung und wenn wir schnell zusammenfinden und es gut läuft", ist für Thalhammer sogar denkbar, an einen Startplatz für das internationale Geschäft anzuklopfen. "Wir sind optimistisch, dass wir den Zuschauern etwas bieten können." Mit einer System-Umstellung (von 4-4-2 auf 4-3-2-1 oder 4-3-1-2), mehr Flexibilität in der Offensive und attraktivem Angriffsspiel will die einstige "Graue Maus" zum Feuer speienden Drachen (Klubwappen) mutieren.

Thomas Mandl, der im vergangenen Jahr vom FC Basel nur sporadisch eingesetzt worden, fühlt sich in der Südstadt mit vielen Ex-Austrianern wohl. Und der Torhüter hat gemeinsam mit ihnen und den anderen viel vor. "Ich will auf Klubebene international und wieder im Team spielen. Mein großes Ziel ist die Heim-EM 2008", sagte der burgenländische Heimkehrer. Der ebenfalls wieder in seine Heimat gefundene Roman Wallner meint: "Admiras Gesamtpaket war das Beste. Ich wollte wieder spielen, in Hannover wäre meine Chance noch geringer geworden."

Hatz wechselte die Seiten
Ein anderer alter Bekannter wechselte auch das Lager, blieb aber Admiraner. Michael Hatz, der nach vier Südstadt-Jahren heuer seine aktive Karriere beendet hat, ist der neue Klubmann für PR und Marketing. "Ich stehe für ordentliche Arbeit und eine Politik der kleinen Schritte", sagt der neunfache ÖFB-Internationale. Quasi als Einstandgeschenk brachte er Samsung als neuen Sponsor mit. Die Verträge mit Nordea, NÖN und Basry wurden verlängert.

Auch wenn die sportlichen Erwartungen letztlich nicht in Erfüllung gehen, einen Grund zum Feiern hat der einzige Vereine im heimischen Fußball-Profitum sicher: Der achtfache Meister (zuletzt 1966) wird heuer 100 Jahre.

(apa)

7.7.2005 15:07