"Wembley-Toni" feiert 60. Geburtstag: Auf
zwei Tore folgten zwei Super Bowl-Ringe!
- Doppelpack in London beim 3:2 des ÖFB-Teams
- Jubiläum wird in der neuen Heimat Houston gefeiert
Zwei Tore von einem Spieler in einem Match sind im Fußball nichts Außergewöhnliches. Doch jene zwei Treffer, die Toni Fritsch am 20. Oktober 1965 erzielte, verdienen sich das Prädikat sehr wohl. Denn damit machte sich der damals 20-Jährige im Länderspiel gegen England in London zum "Wembley-Toni". Am Sonntag hat Fritsch wieder Grund zum Feiern und zwar begeht er seinen 60. Geburtstag!
Der kleingewachsene, aber pfeilschnelle Rapid-Stürmer schrieb einst im Mutterland des Fußballs ein Kapitel österreichische Fußball-Geschichte. Er schoss als Debütant das ÖFB-Nationalteam zum 3:2-Erfolg über die "Söhne Albions". Ein Auswärtssieg gegen England war einer Mannschaft vom Alten Kontinent zuvor lediglich zwei Mal gelungen - 1953 Ungarn und 1959 Schweden.
Das Herz des früheren rechten Flügels, der am 10. Juli 1945 in Petronell das Licht der Welt erblickte, gehört seit jungen Jahren den Hütteldorfern. Mit 13 kam der Niederösterreicher zu ihnen, sechs Saisonen später wurde er in den A-Kader aufgenommen und kürte sich je zwei Mal zum Meister und Cupsieger. Im Herbst 1964 hatte Toni sein erstes Liga-Spiel bestritten, nur ein Jahr später war Wembley.
Obwohl er für das Team danach nie mehr traf und insgesamt nur neun Mal zum Einsatz kam, entschied sich Fritsch 1971 spontan, in die USA zu übersiedeln. Ein Manager der US-Football-Profiliga (NFL) gewann den bulligen Mann für die Dallas Cowboys als Freekicker. Die zweite Karriere bereute der Österreicher nie. Er holte mit dem Verein zwei Mal die Super Bowl, den inoffiziellen WM-Titel.
Dallas verließ er 1976 Richtung San Diego Chargers. Später trat er für die Houston Oilers, New Orleans und zum Abschluss (1994/85) für die Houston Gamblers gegen das "Eierlaberl". Dieses beherrschte der Toni so gut, dass er 1980 sogar ins NFL-All-Starteam gewählt wurde. Im Dezember 1992 kehrte Fritsch für ein knappes Jahr zu Rapid als Sektionsleiter zurück.
Als Wohnsitz und Lebensmittelpunkt blieb aber von 1971 an bis heute stets Houston. Zu gemeinsamen aktiven Zeiten waren er und George Foreman Nachbarn, die zu Freunden wurden. Sie sind noch immer eng verbunden. Eine Biografie der einstigen Box-Größe wurde von einem österreichischen Komponisten für eine Oper vertont, Fritsch ist Produzent und möchte das Stück gerne in Las Vegas verkaufen. Sicher ist, dass er mit seinen Freunden am Sonntag in Houston feiern wird.
(apa)
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