Mittwoch, 6. Juli 2005

Olympia 2012: Olympische Anstrengungen gegen das Verkehrschaos in Londons City!

  • Die britische Hauptstadt will Milliarden investieren

Mit dem Zuschlag für Olympia 2012 will London das tägliche Verkehrschaos beenden. In der britischen Hauptstadt soll das unter Altersschwäche und technischen Problemen leidende U- und S-Bahnnetz gründlich überholt werden. Schon unabhängig von Olympia sind bis 2012 Investitionen von 18 Milliarden Pfund (26,5 Mrd. Euro) eingeplant, um die öffentliche Infrastruktur auf Vordermann zu bringen.

Mit den Spielen dürften die Anstrengungen im gesamten Londoner Verkehrsnetz noch verstärkt werden, um während der Veranstaltung kein schlechtes Bild abzugeben. Neu gebaut und modernisiert werden Verbindungen zum geplanten Olympiagelände im Osten der Stadt. Dorthin sollen 2012 zehn Bahnverbindungen führen, neun davon gibt es bereits. Alle 15 Sekunden soll dort während der Spiele ein Zug ankommen. Pro Stunde sollen 240.000 Menschen befördert werden können.

In der Londoner "Tube", ihres Zeichens die älteste U-Bahn der Welt, soll zumindest etwas gegen die unerträgliche Hitze im Sommer unternommen werden. Dazu will die London Underground die Belüftung verbessern und die Kapazität der Ventilatoren um 30 Prozent erhöhen. Auf vier zentralen Linien sollen ab 2009 neue Züge mit einer Klimaanlage eingesetzt werden.

In 30 Minuten zur Wettkampfstätte
Für Autofahrer wollen die Veranstalter Park-and-Ride-Systeme einrichten. Damit sollen Staus am Olympiagelände, wo es direkt nur 12.000 Parkplätze und am nahe gelegenen Bahnhof Ebbsfleet nochmals 9.000 gibt, vermieden werden. Im Zentrum von London ist schon heute eine Maut fällig, die in weitere Bezirke der Hauptstadt ausgeweitet werden soll. Verkehrsminister Alistair Darling stellte vor einem Monat in den Raum, ob nicht gleich in ganz Großbritannien eine Maut von bis zu 1,34 Pfund pro Meile (1,97 Euro) erhoben werden sollte.

Wer sein Auto lieber stehen lassen will, kann 2012 voraussichtlich auf 21.000 Taxis zurückgreifen, in denen neuerdings auch um den Fahrpreis gefeilscht werden kann. Daneben gibt es zahlreiche neue Buslinien. Den Athleten versprechen die Veranstalter, dass sie mit Shuttlebussen in höchstens 30 Minuten zu den Wettkampfstätten kommen werden. Die Sportler können allerdings nur hoffen, dass ihre Fahrer einen weniger rüden Fahrstil als ihre Kollegen im städtischen Verkehrssystem an den Tag legen, der Jahr für Jahr tausende Beschwerden von Passagieren zur Folge hat.

Bei den Flughäfen ist Heathrow als einer der größten der Welt zentraler Dreh- und Angelpunkt. Dort wird gerade ein fünftes Terminal errichtet. Besucher können daneben auch die kleineren Flughäfen Gatwick, Stansted und London City Airport benutzen.

(apa)

6.7.2005 15:44