Trotz einer "echten Bedrohung": Britische Polizei in Birmingham gibt Entwarnung
- Untersuchte Päckchen stellten keine Gefahr dar
- 20.000 Menschen nach Terror-Warnung evakuiert
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Übersicht: Wo die Explosionen stattfanden
Nach Informationen über eine mögliche Bedrohung offenbar durch einen verdächtigen Gegenstand hat die britische Polizei am Samstagabend über 20.000 Menschen aus der Innenstadt von Birmingham evakuiert. Das gesamte Zentrum der zweitgrößten britischen Stadt sei abgeriegelt und ein Vergnügungsviertel geräumt worden, teilten die Behörden mit. Die untersuchten Päckchen stellten sich allerdings als harmlos heraus. Allerdings lag der Terrorwarnung eine echte Bedrohung zu Grunde. Die Gefahr sei nach Erkenntnissen der Geheimdienste sehr real gewesen, sagte am Sonntag Polizeichef Paul Scott. Einzelheiten zur Art der Bedrohung nannte er nicht.
Die Polizei teilte mit, sie habe sich auf Grund von Hinweisen auf eine "ernst zu nehmende Bedrohung" zu dem "vorbeugenden" Schritt entschlossen. In einem Bus führte die Polizei vier "kontrollierte Explosionen" aus. Dabei zeigte sich, dass es keine Bomben waren. Ein zunächst verdächtiges Päckchen in einem Hotel habe sich ebenfalls als harmlos erwiesen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Ein Teil der gesperrten Straßenzüge werde bald wieder geöffnet.
"Ich glaube nicht, dass der Zwischenfall, mit dem wir es hier zu tun haben, etwas mit den Ereignissen in London zu tun hat, das will ich deutlich sagen", erläuterte der Leiter der Polizeiaktion, Stuart Hyde.
"Kontrollierte Explosion" der Päckchen
Ein Polizeioffizier sagte, Spezialisten hätten in einem Bus eine "kontrollierte Explosion" ausgelöst. Die Aktion gehe auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse über eine nicht näher bezeichnete "substanzielle Drohung" zurück. Ein Zusammenhang mit den Bombenanschläge von London bestehe wahrscheinlich nicht.
Die Ringstraße um die Innenstadt sei abgeriegelt worden, kein Auto dürfe passieren und ins Stadtzentrum fahren, sagte eine Polizeisprecherin. Die Behörden hätten Anweisungen erteilt, die Bars im Vergnügungsviertel Broad Street zu räumen. Zunächst sei nur die Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt worden, sagte die Sprecherin. "Im Lichte neuerer Informationen" sei dann die Räumung des Vergnügungsviertels angeordnet worden.
Von der Evakuierung um die Broad Street seien etwa 200 Bars und Diskotheken betroffen. Die meisten Menschen in dem Viertel seien Besucher; es gebe nur wenige Leute, die dort wohnten. Das Vergnügungsviertel misst etwa einen Quadratkilometer. Hyde sagte, die Entscheidung zur Räumung eines so großen Gebiets sei den Behörden nicht leicht gefallen, aber nach "sorgfältiger Analyse" dennoch getroffen worden. Es habe sich um eine "angemessene" Reaktion auf die Ausgangsinformationen gehandelt.
Seit den Londoner Bombenanschlägen vom Donnerstag sitzt die Furcht vor weiteren Terrorattacken in Großbritannien tief. Die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land wurden verstärkt. Bei der Serie von Anschlägen auf öffentliche Verkehrsmittel in London mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen und 700 weitere verletzt worden.
(apa/red)
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