Terror in London: Berlusconi-Partei will jetzt Islam-Kritikerin zur Senatorin machen
- "Auf Lebenszeit" als Reaktion auf Anschläge
- Journalistin Fallaci steht in Italien vor Gericht
·Terrorangst in Italien
- Polizei berät in Rom
Alarmstufe rot auch in Frankreich ausgerufen
Der Spitzenpolitiker der Forza Italia, Sandro Bondi, fordert für die Schriftstellerin Oriana Fallaci (75) einen Sitz im römischen Parlament als Senatorin auf Lebenszeit. Nun soll eine Unterschriftensammlung durchgeführt werden, durch die der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi überzeugt werden soll, die Ernennung Fallacis vorzunehmen. "Dies wäre eine richtige Reaktion auf die Anschläge in London", so Bondi im Interview mit der rechten Tageszeitung "Libero" am Freitag.
Die italienische Star-Journalistin steht in Italien vor Gericht, weil ihre Islam-kritischen Bücher zum "Angriff auf die Religion" angestiftet haben sollen. Die Anklage wurde von der Gemeinschaft der italienischen Moslems wegen des Verdachts auf Schmähung einer Religionsgemeinschaft erhoben, weil Fallacis Buch "Die Kraft der Vernunft" nach Ansicht des Verbands den Islam beleidigt. Man behalte sich vor, die Anzeige auch noch um die Verbreitung von Rassenhass zu erweitern, sagte ein Anwalt der Organisation.
Fallaci war jahrzehntelang als Journalistin in islamischen Ländern tätig. Schon damals sorgte sie für Schlagzeilen, etwa, als sie zu dem verdutzten iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini bei einem Interview im Jahr 1979 sagte: "Ich nehme den Tschador ab, der für mich ein dummer Lumpen aus dem Mittelalter ist."
"Fallaci sagt etwas Mutiges und Wahres: Man kann den Terrorismus nicht mit Diplomatie und Dialog bekämpfen", sagte Bondi. "Die Reaktion des Westens muss streng und effizient sein. Die demokratischen Staaten und die gemäßigten arabischen Länder müssen geschlossen die Werte der Demokratie und der Freiheit verteidigen."
Fallaci erlebt einen großen Erfolg als Schriftstellerin. Rund zwei Millionen Exemplare ihres Buches "Die Wut und der Stolz" (2001), das in 20 Sprachen übersetzt wurde, sind bisher verkauft worden. Seitdem sie ihre Jahre lange Isolation nach den Anschlägen des 11. September 2001 durchbrach, erntet die krebskranke Fallaci mit ihren als stark Islam-feindlich kritisierten Texten große Zustimmung, aber auch herbe Kritik.(apa/red)
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