Donnerstag, 7. Juli 2005

Nach Anschlägen in London: Wiener U-Bahn im Falle eines Anschlages im Vorteil

  • Tunnel sind breiter, leichtere Fluchtmöglichkeiten
  • Wiener U-Bahn sicherer, weil viel später errichtet

Laut dem Wiener Branddirektor Friedrich Perner hätte die Bundeshauptstadt bei einer Katastrophe wie in London den großen Vorteil, dass ihre U-Bahn Jahrzehnte später gebaut wurde. Dadurch seien die Tunnels wesentlich größer, was zur Folge habe, dass in den Tunnels die Fahrgäste auch seitlich aus den Zügen aussteigen und über Fluchtwege entkommen könnten. In London sei dies meist nur am Anfang und Ende des Zuges möglich.

Bei einem Notfall wie etwa einem Terroranschlag könnte die Wiener Berufsfeuerwehr 300 Mann schlagartig zu etwaigen Einsätzen schicken. "Das ist die erste große Welle, die man anfahren kann", so Perner am Donnerstag gegenüber der APA. Dies würde dann die Ausrufung des Katastrophenfalls nach sich ziehen, weshalb die außer Dienst arbeitenden Kräfte einberufen würden.

Man sei zwar durch jährliche Übungen auf allen Linien geschult, dennoch: "Die Theorie ist immer schön, die Praxis aber oftmals unangenehm", stellte der Branddirektor klar. Man werde, wenn sich die Lage beruhigt hat, die Örtlichkeiten in London persönlich in Augenschein nehmen, um für die Zukunft zu lernen. So habe man das bereits beim Brand im Ärmelkanal-Tunnel gemacht.
(apa)

7.7.2005 15:27