Alarmstufe Rot in Rom: Polizeichef beruft Sondersitzung der Sicherheitskräfte ein!
- Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen
- Frankreich setzt Armee zur Bewachung ein
Die Anschlagsserie in London hat weltweit Terrorangst ausgelöst. Die französische Regierung hob den Terroralarm unmittelbar nach den Explosionen am Donnerstagmorgen auf die zweithöchste Stufe. In Washington wurden bewaffnete Beamte mit Spürhunden in die U-Bahnen geschickt. Auch in Berlin wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. In Österreich sahen die Behörden kein erhöhtes Bedrohungspotenzial, die britischen Einrichtungen werden aber verstärkt geschützt.
Frankreich verstärkt die Armee ein, um möglicherweise durch Terrorakte gefährdete Gebäude und Plätze zu schützen. Schon jetzt seien "rund tausend" Soldaten für diese Aufgabe im Einsatz, weitere bewaffnete Kräfte würden umgehend entsandt, sagte Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie am Donnerstagabend in Paris.
Gleichzeitig werde "eine gewisse Zahl von Einheiten in Alarmbereitschaft versetzt". Diese würden ab Donnerstagabend ihre Kasernen verlassen und ab Freitag in Paris und anderen großen Städten zur Verfügung stehen.
Die französische Regierung hatte nach den Anschlägen im ganzen Land die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Diese bedeutet unter anderem verschärfte Sicherheitskontrollen an Bahnhöfen und in den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen, eine teilweise oder vollständige Sperrung des Luftraums sowie die Bildung von Trinkwasservorräten.
Polizei patrouilliert in Washington
Die Sprecherin der Washingtoner Verkehrsbehörde, Candace Smith, sagte, man habe sofort auf die Terroranschläge in London reagiert. Mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten würden in Zügen und Bussen patrouillieren und auf verdächtige Gepäckstücke oder Personen achten. Auch die Fahrgäste seien aufgerufen worden, besonders wachsam zu sein und verdächtige Vorfälle zu melden. Etwa 1,2 Millionen Menschen nutzten täglich den öffentlichen Personennahverkehr der amerikanischen Hauptstadt.
Italien verschärft Sicherheitsvorkehrungen
Nach den Anschlägen in London hat die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, um Attentaten auf italienischem Gebiet vorzubeugen. Wie aus Kreisen des römischen Innenministeriums verlautete, seien Anschläge fundamentalistischer Zellen in Italien wegen der stark US-freundlichen Linie der Regierung nicht auszuschließen. Daher wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um gefährdete Persönlichkeiten und Einrichtungen verschärft.
Berlusconi hat vor der Gefahr von Terroranschlägen in Italien gewarnt. "Italien ist sich darüber bewusst, dass es in der Schusslinie der Terroristen steht. Daher haben wir Maßnahmen ergriffen, die wir noch mehr verschärfen wollen. Wachsamkeit ist notwendig, weil wir wissen, dass auch Italien gefährdet ist", sagte Berlusconi nach Angaben italienischer Medien am Donnerstag. Der italienische Premierminister beteiligt sich im schottischen Gleneagles am G-8-Gipfel.
Alle Einrichtungen, die in die "Schusslinie" möglicher Attentäter geraten könnten, sollten noch strenger bewacht werden, hieß es am Donnerstag. Über Rom kreisen Militärhubschrauber, auf Dächern um "sensible Objekte" sind Scharfschützen postiert. Dementiert wurden jedoch Gerüchte, nach denen die Geheimdienste konkrete Hinweise auf geplante Attentate in Italien erhalten hätten.
Die Sicherheitsmaßnahmen auf den italienischen Flughäfen wurden verschärft. Vor allem die Flüge nach London wurden besonders kontrolliert. Der römische Polizeichef Achille Serra plant noch für heute eine Sondersitzung der Sicherheitskräfte, um Anti-Terror-Maßnahmen zu ergreifen. Auch um den Vatikan wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.
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