Samstag, 9. Juli 2005

Umfrage zu Kanzlerkandidaten: Merkel ist durchsetzungsstark, Schröder sympathisch

  • CDU bei Kampf gegen Arbeitslosigkeit vorn
  • SPD dafür bei Außen- und Sozialpolitik

Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) gilt bei der Mehrheit der Deutschen als durchsetzungsstark, Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) dafür als sympathischer. Das geht aus einer Umfrage des Emnid-Instituts hervor, über die das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet. Inhaltlich trauen die Wähler den Unionsparteien mehr bei der Sanierung der Staatsfinanzen und dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu. Die SPD gilt dagegen als kompetenter in der Außen- sowie der Sozial- und Gesundheitspolitik.

Laut einer Vorausmeldung vom Samstag erwartet gut die Hälfte der Deutschen von einer Bundeskanzlerin Merkel mehr als vom amtierenden Regierungschef Schröder. 51 Prozent der insgesamt 1.007 Befragten vertraten die Ansicht, Merkel werde bessere (gut 22 Prozent) oder genauso gute Arbeit (gut 28 Prozent) wie Schröder leisten. 45 Prozent erwarten, Merkel werde es genauso (26 Prozent) oder schlechter (19 Prozent) als Schröder machen.

Beim Eigenschaftsprofil liegt die Unionskandidatin in vier von sechs Feldern vor dem Kanzler. 68 Prozent halten sie für durchsetzungsstärker als Schröder (57 Prozent), 63 Prozent für kompetenter (Schröder 56 Prozent), 52 Prozent für vertrauenswürdiger (Schröder 45 Prozent), und 73 Prozent billigen ihr einen größeren Rückhalt in der Partei zu (Schröder 31 Prozent). Der Kanzler kann dagegen mit seiner Reformfreudigkeit (70 Prozent) gegenüber Merkel (58 Prozent) punkten. Außerdem finden 65 Prozent der Befragten Schröder sympathisch, Merkel nur 40 Prozent.

Auch bei der Union sehen die Wahlberechtigten insgesamt größere Kompetenzen als bei der SPD. So schneiden CDU/CSU bei der Sanierung der Staatsfinanzen (52 Prozent) besser ab als die SPD mit 25 Prozent. Beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit setzen 49 Prozent auf die Union, nur 27 Prozent auf die SPD, bei der inneren Sicherheit 50 Prozent auf die Union und 35 Prozent auf die SPD. Bei den Themen Bildung und Steuern liegt die Union mit 45 bzw. 44 Prozent vorne (SPD je 38 Prozent).

Klarer Punktsieger ist die SPD dagegen bei der Außenpolitik (58 Prozent gegenüber 31 für die Union). Auch bei der Sozial- und Gesundheitspolitik liegen die Sozialdemokraten mit 43 Prozent vor der Union mit 39 Punkten. Beim Thema Aufbau Ost liegen beide Parteien mit 39 Prozent gleichauf.

Wäre bereits am kommenden Sonntag Bundestagswahl, kämen laut Emnid CDU und CSU auf 43 Prozent und die SPD auf 28 Prozent. Drittstärkste Kraft wäre mit elf Prozent die neue Linkspartei aus PDS und WASG. Bündnis 90/die Grünen kämen danach auf acht Prozent, die Freien Demokraten auf sieben Prozent. Zusammen hätten Union und Liberale also weiter eine Mehrheit von 50 Prozent. Für die Sonntagsfrage hatte Emnid 4.191 Wahlberechtigte befragt.(apa)

9.7.2005 16:13