Live-8-Organisatoren zufrieden mit G-8: Bono und Geldof sprechen von Durchbruch
- Afrikahilfe "kann Zahl der Malariatoten halbieren"
- "Brot für die Welt" kritisiert Deutschland und die USA

·G-8 einigen sich bei Afrikahilfe und Klima
Entwicklungshilfe um 50 Mrd. Dollar aufgestockt
·Ausschreitungen schon beim G8-Gipfel!
BILDER der Demos. Plus: Bush & Co eingetroffen
·G-8 tagen in Golf-hotel der Luxusklasse
Im High Society-Treff geht es ums arme Afrika
·Protestmarsch in Edinburgh vor Gipfel
120.000 Leute forderten Schuldenerlass für Afrika
Als Durchbruch bei der Afrika-Hilfe haben die Organisatoren des Live-8-Rockspektakels, Bob Geldof und Bono, die Beschlüsse des G-8-Gipfels in Gleneagles gewürdigt. Die Verdoppelung der Entwicklungshilfe auf 50 Milliarden Dollar bedeute, "dass das Geld da ist, um die Zahl der Malariatoten bis 2010 zu halbieren", sagte U2-Sänger Bono am Freitag.
Nach Angaben von Bono retten die G-8-Maßnahmen für Afrika bis 2010 rund 600.000 Menschen das Leben, die sonst an Malaria hätten sterben müssen. "Die Welt hat gesprochen und die Politiker haben zugehört", sagte er zum Einfluss der Live-8-Rockkonzerte vom vergangenen Wochenende und den Demonstrationen für Afrika in Edinburgh und Gleneagles. Geldof sprach auf der Pressekonferenz mit Bono von einem "qualifizierten Triumph": "Es ist große Gerechtigkeit widerfahren."
Das kirchliche Hilfswerk "Brot für die Welt" bezeichnete dagegen die Beschlüsse zur Armutsbekämpfung hingegen als unzureichend und machte dafür vor allem Deutschland und die USA verantwortlich. "Die Diskussionen in Gleneagles haben gezeigt, dass Entwicklungshilfe weiterhin von außen- und wirtschaftspolitischen Eigeninteressen geleitet wird, statt dem Ziel der Armutsbekämpfung zu dienen", erklärte Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel in Stuttgart. Die Chefin des evangelischen Hilfswerks erklärte, es mangle offenbar am politischen Willen, nicht nur da zu investieren, wo man neue lukrative Märkte erschließen wolle oder strategische Interessen verfolge, sondern da, wo die Armut am größten sei.
Dagegen sprach die deutsche Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul von einem "historischen Erfolg für weltweite Gerechtigkeit". Mit ihren Zusagen für die 700 Millionen Menschen in Afrika hätten die Gipfelteilnehmer eine Bekenntnis zur nachhaltigen Armutsbekämpfung abgelegt.(apa)
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