Donnerstag, 7. Juli 2005

Blutige Aktion der UN-Truppen in Haiti: Fünf
Tote bei Operation gegen einen Bandenchef

  • Banditen leisteten bei Haus-Erstürmung Widerstand

Bei einer Razzia von UN-Soldaten gegen bewaffnete Banden in Haiti sind am Mittwoch mindestens fünf Menschen getötet worden. Mehr als 350 UN-Soldaten seien gemeinsam mit haitianischen Polizisten im Einsatz gegen einen Bandenchef in einem Elendsviertel der Hauptstadt Port-au-Prince gewesen, teilte ein UN-Sprecher mit.

Die Banditen hätten Widerstand geleistet, als die Sicherheitskräfte ein Haus stürmten. UN-Soldaten seien bei der Operation nicht zu Schaden gekommen. Darüber, ob Bandenchef Emmanuel Wilme getötet wurde, gab es zunächst widersprüchliche Darstellungen.

Wilme, ein Sympathisant des früheren Präsidenten Jean-Bertrand Aristide, ist Chef einer bewaffneten Gruppe, die sich mehrmals tödliche Schießereien mit rivalisierenden Banden geliefert hat. Aristide war 2004 angesichts eines drohenden Aufstandes gegen ihn und nach internationalem Druck aus dem Land geflohen. Er lebt derzeit im Exil in Südafrika.

(apa)

7.7.2005 08:07