Mittwoch, 6. Juli 2005

Sharon lädt Papst zu Besuch nach Israel ein: Benedikt XVI. ist an Reise interessiert

  • Johannes Paul II. übte heftige Kritik an Sperranlage

Der israelische Regierungschef Ariel Sharon hat Papst Benedikt XVI. zu einem Besuch nach Israel eingeladen. Das gab am Mittwoch Israels Vatikanbotschafter Oded Ben-Hur nach Angaben italienischer Medien bekannt. Ein entsprechendes Schreiben übergab die israelische Kommunikationsministerin Dalia Itzik dem Papst.

Das katholische Kirchenoberhaupt habe spontan gesagt, er würde sehr gern Israel besuchen, so der Botschafter. Der Papst habe schon eine lange Liste möglicher Auslandsreisen, aber Israel habe Priorität.

Der verstorbene Papst Johannes Paul II. hatte den Bau der israelischen Sperranlage im besetzten Westjordanland scharf kritisiert. Man brauche für einen Frieden "Brücken und keine Mauern oder Zäune", hatte Johannes Paul II. erklärt. Der israelische Ministerpräsident Sharon war deshalb während eines Besuchs in Rom 2003 nicht mit dem Papst zusammengetroffen.

Zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel bestehen seit 1994 vollwertige diplomatische Beziehungen. Wegen des im Februar 2000 während eines Besuches von Präsident Yasser Arafat bei Johannes Paul II. unterzeichneten vatikanisch-palästinensischen Grundsatzabkommens war es zu einem schweren Konflikt zwischen Israel und dem Vatikan gekommen. In dem Abkommen, das den Charakter eines Konkordats mit einem künftigen souveränen Staat Palästina trägt, wird für Jerusalem ein international garantierter Status verlangt.

Itzik übergab bei ihrer Audienz dem Papst eine Sonderbriefmarke der israelischen Post im Gedenken an den im April verstorbenen Papst. Dieser hatte dem Heiligen Land im März 2000 einen Besuch abgestattet. (apa)

6.7.2005 16:10