Dienstag, 5. Juli 2005

Klimaschutz-Durchbruch bei G8-Gipfel? USA
wollen sich Zielen von Kyoto anschließen

  • Laut deutschem Diplomaten in Abschlussdokument
  • Aber keine Konkrete Grenzwerte für Treibhausgase

Die USA wollen sich nach deutschen Angaben auf dem G-8-Gipfel in Schottland den Zielsetzungen des Kyoto-Protokolls weitgehend anschließen. Konkrete Grenzwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen würden in dem vorbereiteten Abschlussdokument aber nicht genannt, sagte der deutsche Unterhändler Bernd Pfaffenbach am Donnerstag in Gleneagles. "Das Wort Kyoto wird vorkommen. Es werden keine Zahlen vorkommen."

Die Zielsetzungen des 1997 ausgehandelten Protokolls würden in der gemeinsamen Abschlusserklärung unterstützt, sagte Pfaffenbach. Wesentliche Änderungen seien bis zum Ende des Gipfels am Freitag nicht mehr zu erwarten. "Das Dokument ist akzeptiert."

Der Klimawandel galt als Hauptstreitpunkt der Tagung der größten Industriestaaten und Russlands. Das vor acht Jahren von der UNO-Klimakonferenz im japanischen Kyoto beschlossene Protokoll ist der erste völkerrechtlich verbindliche Vertrag zur Verringerung von Treibhausgasen, die für die Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich gemacht werden. Die 38 führenden Industrieländer verpflichten sich darin auf eine Verringerung der Emissionen von sechs klimaschädigenden Gasen um insgesamt 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990. Zieldatum ist 2012.

Das Abkommen wurde auch von den USA beschlossen, die allein ein Viertel der Emissionen verursachen. Die derzeitige US-Regierung lehnt eine Ratifizierung aber ab. Das Kyoto-Abkommen wurde am 16. Februar 2005 völkerrechtlich verbindlich, nachdem auch Russland ihm beigetreten war.
(apa)

5.7.2005 22:07