Sonntag, 10. Juli 2005

Kriminalitätsrate in Österreich gesunken: Im 1. Halbjahr um 3,8 % weniger Straftaten

  • Von Jänner bis Ende Juni gesamt 302.697 Anzeigen
  • Prokop: Internationale Kooperation erhöht Sicherheit

Die Kriminalitätsrate ist in Österreich im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zum selben Zeitrahmen 2004 gesunken. Konkret wurden nach am Sonntag vorgelegten Zahlen des Innenministeriums von Jänner bis Ende Juni 2005 insgesamt 302.697 Straftaten angezeigt. Das sind um 11.804 bzw. um 3,8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2004. Die Aufklärungsquote ist um 1,9 Prozent auf 39,6 Prozent gestiegen.

Im Burgenland (18,9 Prozent) und in Kärnten (10,9 Prozent) konnte die Zahl der geklärten Straftaten "durch die hervorragende Arbeit der Kriminalisten besonders stark erhöht werden", betonte das Ministerium. Im Burgenland wiesen Ermittler des Landeskriminalamtes einem Bediensteten über mehrere Jahre begangene Diebstähle und Veruntreuungen nach. In Kärnten sind die Erfolge auf einen Schlag gegen die Suchtmittelkriminalität und die Klärung mehrerer Diebstahlserien zurückzuführen. "Diese positive Bilanz spiegelt sich selbstverständlich auch in einer Steigerung der angezeigten Delikte wider", hieß es.

Prokop-Lob für neue EU-Staaten
Innenministerin Liese Prokop (V) dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der österreichischen Polizei dafür, "dass die neuen kriminellen Bedrohungsfelder nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern auch sofort erfolgreiche Gegenmaßnahmen ergriffen wurden". Mit neuen Strategien, die gemeinsam vom Bundeskriminalamt und den Sicherheitsverantwortlichen in den Ländern erarbeitet worden seien, und durch verstärkte Investitionen in moderne Technologie (z.B. DNA-Analyse, Sicherheitsmonitor und monatliche Kriminalstatistik) habe die Sicherheit in Österreich "weiter gesteigert" werden können.

"Diese Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung verdanken wir aber auch den Anstrengungen der neuen EU-Mitgliedsstaaten", betonte Prokop. "Der EU-Beitritt dieser Länder im Vorjahr hat eine verstärkte Kooperation zwischen der österreichischen Exekutive und den Sicherheitskräften der neuen Mitgliedsstaaten möglich gemacht. Dadurch wird ein zweiter Sicherheitsgürtel um Österreich gelegt", so die Ressortchefin.

SPÖ: Seitens der Regierung "noch viel zu tun"
"Es geht in die richtige Richtung". So kommentierte SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni am Sonntag die Entwicklung bei der Kriminalitätsrate. Dennoch sei seitens der Regierung "noch viel zu tun". In der Ära der SPÖ-Innenminister habe die Aufklärungsquote 51,5 Prozent betragen, "um über zehn Prozent mehr als heute", betonte Parnigoni.

Die Zahl der Delikte liege "übers Jahr gerechnet immer noch bei über 600.000", während sie 1999 495.000 betragen habe. In vielen Bereichen gebe es laut Parnigoni "zu wenig Personal zur Kriminalitätsbekämpfung". Außerdem ortete er bei der Motivation des Personals "ein großes Manko".

Angezeigte FälleJän - JuniJän - Juni+/- Jän-Juni
Bundesland20042005in %
Burgenland5.1235.69311,1%
Kärnten14.57315.3875,6%
Niederösterreich42.88342.097-1,8%
Oberösterreich38.94137.887-2,7%
Salzburg19.66919.503-0,8%
Steiermark32.08730.690-4,4%
Tirol27.55426.716-3,0%
Vorarlberg10.64210.314-3,1%
Wien123.029114.410-7,0%
ÖSTERREICH314.501302.697-3,8%


Geklärte FälleJän - JuniJän - Juni+/- Jän-Juni
Bundesland20042005in %
Burgenland2.5323.01018,9%
Kärnten7.0887.86210,9%
Niederösterreich18.15519.6908,5%
Oberösterreich19.24518.972-1,4%
Salzburg6.9597.0140,8%
Steiermark14.65814.103-3,8%
Tirol10.94911.5135,2%
Vorarlberg5.7225.470-4,4%
Wien33.19332.095-3,3%
ÖSTERREICH118.501119.7291,0%


AufklärungsquotenJän - JuniJän - Juni+/- Jän-Juni
Bundesland20042005%punkte
Burgenland49,4%52,9%3,4
Kärnten48,6%51,1%2,5
Niederösterreich42,3%46,8%4,4
Oberösterreich49,4%50,1%0,7
Salzburg35,4%36,0%0,6
Steiermark45,7%46,0%0,3
Tirol39,7%43,1%3,4
Vorarlberg53,8%53,0%-0,7
Wien27,0%28,1%1,1
ÖSTERREICH37,7%39,6%1,9

(apa)

10.7.2005 10:39