Neuer Linzer Bischof lässt aufhorchen: Ludwig Schwarz stellt das Zölibat in Frage
- Weihe Verheirateter als möglicher nächster Schritt
·Linz: Ludwig Schwarz neuer Diözesanbischof
Von Papst ernannt - folgt Maximilian Aichern nach
·Ludwig Schwarz:
Ein "Mann der Mitte"
65-Jährige tritt für Frieden
und Gerechtigkeit ein
Der bisherige Wiener Weihbischof Ludwig Schwarz (65), der zum neuen Linzer Diözesanbischof ernannt worden ist, hat bei seiner offiziellen Vorstellung zum Priestermangel Stellung genommen: Die Frage nach dem verpflichtenden Zölibat sei neu zu stellen, erklärte er in einem Pressegespräch, an dem auch sein Vorgänger Maximilian Aichern teilnahm, am Freitag in Linz.
"Die Not ist groß", so der neue Bischof zum Priesternachwuchs in der katholischen Kirche. Es werde aber nach Lösungen gesucht. Die Weihe bewährter verheirateter Männer könnte ein nächster Schritt sein, so Schwarz, der auf Erfahrungen in anderen Staaten verwies. Diese Frage könnte eventuell ein Thema bei der Bischofssynode im Oktober sein, sagte er.
Der neue Bischof von Linz bringe ortskirchliche, aber auch große weltkirchliche Erfahrung mit, erklärte Aichern, der vorerst Apostolischer Administrator der Diözese bleibt. Er attestierte Schwarz ein "frohes Gemüt" und eine nicht geringe Rolle in der Bischofskonferenz. Aichern verwies auf dessen Einsatz in den ehemaligen Ostblockstaaten und seine Unterstützung für das katholische Hilfswerk MIVA.
"Gott segne deine Amtszeit", sagte er in Richtung des neuen Bischofs und erklärte, dass die Linzer Diözese eine "lebendige Glaubenssubstanz" auszeichne. Es könne "eine Vielfalt geben, aber wichtig ist die Einheit im Wesentlichen", betonte Schwarz. Er wolle den Kontakt suchen und auf beide Seiten zugehen.
Schwarz betonte die lange Freundschaft mit seinem Vorgänger und erklärte, dass er ihm dankbar sei für die "gediegene und großartige Arbeit", die er geleistet habe. Gleichzeitig ersuchte er Aichern auch künftig um Hilfe und Unterstützung. Schwarz möchte nach eigener Aussage ein wenig in dessen Fußstapfen treten, wenn es ihm gelinge. "Die Zeiten ändern sich, Menschen kommen und gehen", erklärte Aichern abschließend. Was bleibe und lebe, sei der Glaube.
Die Amtseinführung von Schwarz, der sich nach eigener Aussage in Linz bereits "beheimatet" fühlt, ist für den 18. September vorgesehen. Für Freitagnachmittag ist der Antrittsbesuch des neuen Bischofs bei Bürgermeister Franz Dobusch (S) geplant.
(apa)
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