Freitag, 8. Juli 2005

"Ziel ist Platz eins": Steirische Frau Landes- hauptmann Klasnic zuversichtlich zu Wahl

  • Steirische ÖVP-Chefin will fünf Regierungssitze halten
  • Klasnic kann sich Neuordnung der Ressorts vorstellen

Die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) will die fünf Regierungssitze mit einem "sehr, sehr guten" Ergebnis bei der Landtagswahl am 2. Oktober halten, wie sie in einem APA-Gespräch sagte. Hinsichtlich der Kandidatur von Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann, der nach einer Theorie ihres SPÖ-Herausforderers Franz Voves als Steigbügelhalter fungieren könnte, sagte Klasnic: "Es gibt keine Zwei-Firmen-Theorie. Das Ziel ist Platz eins. Die Frage nach weniger als fünf Landesregierungssitzen stellt sich nicht."

Klasnic meinte auf die Frage, ob es in der Steiermark die härteste aller Wahlen in diesem Jahr geben werde: "Grundsätzlich verstehe ich, dass man auf die Steiermark schaut, schließlich haben wir mit 3,8 Prozent das höchste Wirtschaftswachstum aller Länder." Den Erfolg teilt sie bereitwillig mit der Schüssel-Regierung: Von Seiten der Bundesregierung sei jedenfalls "noch nie" so viel geschehen für das Land wie in den vergangenen fünf Jahren. Sie erwarte sich aber auch noch einiges, etwa hinsichtlich einer Verbesserung der Situation von Mindestpensionisten.

Klasnic setzt auf "Miteinander"
Mit der derzeitigen politischen Situation sei sie nicht unzufrieden: "Wir haben unser Arbeitsprogramm abgearbeitet, rund 97 Prozent aller Beschlüsse in der Landesregierung sind einstimmig gefallen", betont Klasnic ihr Credo vom "Miteinander". Dass die vergangene Legislaturperiode mit Problemen wie EStAG, Spielberg oder VA Tech an der Landeshauptfrau nicht spurlos vorübergeht, räumt sie ein: "Bei der EStAG war die Dimension eine große. Persönlich war es eine andere", womit eine Anspielung auf die Causa Herberstein gemeint sein könnte. Über ihren Herausforderer Voves meint sie, jeder habe seinen eigenen Stil: "Ich habe eine Gesprächsbasis mit jedem." Bewusst übe sie sich bei vielen tagespolitischen Aufregungen in Schweigen - wenig bis nichts sagt sie auch zu Gerhard Hirschmann, der seinerseits nicht mit der Ambition hinter dem Berg hält, einer ÖVP ohne Klasnic als Partner zur Verfügung zu stehen.

Die Frage nach neuen Gesichtern im Team nach der Landtagswahl beantwortet Klasnic in der ihr eigenen Art: "Ich habe beim Parteitag 98,4 Prozent Zustimmung als Spitzenkandidatin erreicht, ich führe das Team in die Wahl". Die stimmenstärkste Partei solle den Landeshauptmann stellen. Was das Proporzsystem betreffe, so habe die ÖVP schon bereits zu Jahresbeginn 2001 einen Änderungsvorschlag eingebracht: "Aber wir fangen gerne wieder von vorne an", lächelt sie schelmisch.

Klasnic kann sich Neuordnung der Ressorts vorstellen
Eine Neuordnung der Ressorts nach der Wahl kann sich Klasnic vorstellen, etwa in den Bereichen Forschung und Entwicklung, um zersplitterte Aktivitäten besser zu bündeln: "Aber vergessen sie nicht, wir haben bereits beim Bildungsressort als erstes Bundesland alle Facetten unter einem Dach konzentriert." Man lerne aus Fehlern, so die VP-Chefin: "Ich habe auch nie gesagt, dass mir keine passieren." Fehler wie etwa bei der Abwicklung des Projekts Spielberg sollen künftig vermieden werden: "Ein Landesrat soll zuständig sein, ein Projekt mit allen Aspekten zu koordinieren."
(apa)

8.7.2005 10:51