Gar nicht sommerlicher Ferienbeginn für den Westen: Wochenende kühl & regnerisch
- "Es kommt allgemein zu heftigen Niederschlägen"
- Sogar punktuelle Hochwasser sind möglich
Das bevorstehende Wochenende bleibt so, wie es am Freitag in weiten Teilen Österreichs begonnen hat: Kühl und regnerisch. Das zumindest ist die wenig verheißungsvolle Prognose der Experten von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien: "Es kommt allgemein zu heftigen Niederschlägen, am Samstag vor allem im Norden, Osten und Süden."
Der Westen Österreichs - am Freitag begannen dort die Sommerferien - dürfte leicht begünstigt bleiben. Schuld am vorherrschenden Schlechtwetter ist ein Tiefdruckgebiet, dessen Zentrum von Frankreich kommend bereits den Alpenraum erreicht hat und bis Sonntag zur Adria weiterzieht. Die Temperaturen dürften kaum mehr als 20 Grad erreichen. Die Schneefallgrenze steigt auf über 2.000 Meter.
Die Niederschläge können punktuell auch sehr ergiebig werden, sagte ein ZAMG-Sprecher gegenüber der APA. Vereinzelt sei Hochwasser möglich, werde aber keinerlei Rekordwerte erreichen. Das bestätigte am Freitag auch Dr. Gabriele Müller vom Hydrografischen Zentralbüro im Lebensministerium: "Derzeit haben wir mittlere Wasserstände und Abflussmengen erreicht."
"Niederschlagswarnung" für den Westen und Süden
Allerdings sei am Freitag eine so genannte Niederschlagswarnung für die Bundesländer Salzburg, Steiermark, Kärnten, Ober- und Niederösterreich, Wien und Burgenland ergangen. Müller: "Das heißt, dass innerhalb eines Tage mehr als 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zu erwarten sind." Am ehesten seien Hochwässer an der oberen Mur, an der Enns (beides Steiermark), Gurk und eventuell Liesa (beides Kärnten) möglich.
Einem heimischen Gewässer dürften die prognostizierten Regenfälle aber gut tun: Der Neusiedlersee wies am Freitagvormittag nur einen Wasserstand von 115,24 Meter über Adria auf und führte damit etwas weniger Wasser als vor einem Jahr zur selben Zeit. Das sagte Gerhard Heiß aus dem Büro des burgenländischen Agrarlandesrats Niki Berlakovich (V) gegenüber der APA. Der Mittelwert seit der Wasserstandsregulierung 1965 beträgt 115,40. Den Tiefststand erreicht der See im Jahr 2003 mit 15,09 Metern.
Schneefall bis auf 1.500 Meter
Erstmals seit genau neun Jahren gab es in Österreich bis auf Almregionen in 1.500 Metern Seehöhe am 8. Juli Schnee. Das gab Otto Svabik von der Klimaabteilung des ZAMG am Freitag bekannt. Demnach wurden aus Badgastein (Salzburg) in 1.100 Metern Höhe Niederschlag in Form von Schnee und Schneeregen gemeldet. Von 7. auf 8. Juli 1996 hatte ein Kaltlufteinbruch in weiten Teilen Westösterreichs für Schnee gesorgt.
In Badgastein selbst trat Schneefall und Schneeregen im Sommer zuletzt am 19. und 20. Juli 1981 auf. Damals bildete sich laut ZAMG kurzzeitig eine fünf Zentimeter dicke Schneedecke.
Erst am Donnerstag wieder Sommerwetter
Sommerliches Wetter stellt sich laut Ansicht der Meteorologen noch nicht so rasch ein. Michael Klein vom Wetterservice "donnerwetter" rechnete in der Alpenrepublik erst wieder für Donnerstag, 14. Juli, mit "kurzfristig etwas wärmerem Wetter". Zusatz: "Kurz darauf kann aber wieder neuer Regen einsetzen." Für alle, die dem Sommer bereits überdrüssig sind, hat Klein auch Hoffnung: "Für August rechnen wir mit stabileren Wetterlagen und sommerlichen Temperaturen."
(apa)
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