Mord in Wien: Haftbefehl gegen gesamte Familie nach der Bluttat in Favoriten
- Mutter und ihre vier Kinder festgenommen
- PLUS: Mordalarm in Wien Favoriten und Wieden
·Wien: Mordalarm in Wieden & in Favoriten
53-Jährige erwürgt bzw. 45-Jähriger erschlagen
Nach der Bluttat am Mittwoch in Wien-Favoriten ist nun gegen die gesamte Familie des Opfers Haftbefehl erlassen worden, teilte die Polizei mit. Laut einer Polizeisprecherin dürften die Mutter Aynur T. (46) und ihre Tochter Nuray (29) sowie die Söhne Tamer (29), Soner (20) und Fazli T. (24) etwas mit dem Tod des 45-jährigen Servati T. zu tun haben.
Servati T. war Mittwoch früh im Stiegenhaus eines Gemeindebaus am Eisenstadtplatz tot aufgefunden worden. Der arbeitslose gebürtige Türke, der schwere Kopfverletzung hatte, war frontal mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden, wie die Gerichtsmedizin später feststellte. Sohn Soner hatte in der Früh die Polizei verständigt und gab an, seinen Vater tot vor der Wohnungstür gefunden zu haben.
Blutspuren in der Wohnung gefunden
Der Haftbefehl wurde bereits Mittwochabend erlassen, nachdem es für die Kriminalpolizei schwerwiegende Gründe gab. Zum einen lieferten die Familienmitglieder bei der Einvernahme verschiedene Versionen, zum anderen fand die Spurensicherung in der Wohnung blutverschmierte Gegenstände, die beweisen könnten, dass die Tat in der Wohnung geschah, teilte Dr. Hannes Scherz, stellvertretender Leiter der Kriminaldirektion 1, der APA mit.
Scherz zufolge gaben die Mutter und ihre Kinder bei den Einvernahmen an, entweder von nichts zu wissen oder sie erzählten verschiedene Versionen, wer was am Dienstag gemacht hat. Auch wann sie ihren Ehemann bzw. Vater zum letzten Mal gesehen haben, konnten sie nicht genau angeben. Zeugen aus dem Wohnhaus berichteten, am Dienstagabend einen lauten Streit in der Wohnung der Familie T. gehört zu haben.
Das Opfer ist als gewalttätig bekannt gewesen. Erst vor einigen Monaten musste die Exekutive einschreiten, nachdem Servati gegenüber seiner Frau handgreiflich geworden war.
"Das heißt jetzt nicht, dass wir alle fünf vorverurteilen wollen", sagte Scherz. Vielmehr wolle man nun abklären, wer die Tat begangen hat und wer sich der Beitragstäterschaft schuldig gemacht hat. "Es schaut so aus, dass sie mehr wissen, als sie uns sagen." Die Einvernahmen der Familie gingen am Donnerstag weiter.
Nach dem zweiten Mord vom Mittwoch in Wieden wurde der tatverdächtige Ehemann einvernommen. Der 53-jährige Henryk O. gab an, dass sich seine Frau Malgorzata O. endgültig von ihm trennen und er dies nicht wahrhaben wollte. Er habe sie am Weg zur Arbeit getroffen und im Zuge einer Aussprache versucht umzustimmen. Als dies erfolglos verlief, habe er sie gewürgt, bis sie das Bewusstsein verlor. Danach flüchtete er. (apa/red)
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