Mittwoch, 6. Juli 2005

Heinz Fischer feiert: Vor einem Jahr wurde Österreichs Bundespräsident angelobt

  • Trauer um Klestil überschattete Amtsübernahme
  • Plus: Porträt, Fischers Bilanz & was das Volk denkt

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer residiert seit einem Jahr in der Wiener Hofburg. Aus dem Parade-Sozialdemokraten ist ein allseits geschätztes Staatsoberhaupt geworden. Heinz Fischer gibt einen Präsidenten der alten Schule - wie es die Österreicher am liebsten haben.

Die Amtseinführung von Bundespräsident Heinz Fischer war in enger Abstimmung mit Vorgänger Thomas Klestil geplant. Der Tod Klestils änderte aber alles. Unmittelbar auf die Angelobung Fischers am 8. Juli 2004 folgte die Trauersitzung des Parlaments für Klestil. "Die Majestät des Todes überwiegt alles andere", kommentierte Fischer die Ereignisse.

Wie harmonisch die Übergabe über die Bühne gehen sollte, zeigte sich auch beim Gipfel der zentraleuropäischen Präsidenten Ende Mai 2005 in Mamaia an der rumänischen Schwarzmeer-Küste. Klestil hatte seinen damals noch designierten Nachfolger zu dem Treffen mitgenommen.

Am 6. Juli kurz vor Mitternacht stirbt Klestil an Multi-Organversagen. Tags darauf beschließt die Bundesregierung eine viertägige Staatstrauer.

Auf die Angelobung Fischers am 8. Juli folgt unmittelbar eine gemeinsame Trauersitzung des Nationalrats und des Bundesrats für Klestil. Im Anschluss erweisen das neue Staatsoberhaupt und die Spitzen von Regierung und Parlament dem verstorbenen Staatsoberhaupt in der Präsidentschaftskanzlei ihre Reverenz.

Beim Staatsbegräbnis am 10. Juli trat Fischer dann erstmals als Gastgeber auf. 25 Staatsoberhäupter, darunter Russlands Präsident Wladimir Putin, nahmen Abschied von Thomas Klestil. Mit einer ganzen Reihe von ihnen traf Fischer am Rande der Feierlichkeiten zu bilateralen Gesprächen zusammen.(apa/red)

6.7.2005 10:33