Von Papst Benedikt XVI. ernannt: Ludwig Schwarz neuer Diözesanbischof von Linz
- 65-Jähriger tritt Nachfolge von Maximilian Aichern an
- Schwarz: "Wunsch des Papstes hat mich überrascht"
·Ludwig Schwarz:
Ein "Mann der Mitte"
65-Jährige tritt für Frieden
und Gerechtigkeit ein
Der Wiener Weihbischof Ludwig Schwarz (65) ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen Linzer Diözesanbischof ernannt worden. Sein Vorgänger Maximilian Aichern, der im Mai seinen Rücktritt aus Altersgründen bekannt gegeben hatte, zeigte sich zuversichtlich, dass sich Schwarz auf den "lebendigen und frohen Glaubensweg" der Katholischen Kirche in Oberösterreich einlasse. Die Amtseinführung des neuen Bischofs ist für September dieses Jahres geplant.
Wie Schwarz erklärte, habe ihn der Nuntius erst Montagabend von seiner Ernennung durch den Papst informiert. "Das kam für mich sehr überraschend", sagte der Bischof. Er gehe "mit Freude" nach Linz und will in der Kirche Oberösterreichs "einigend wirken". Bei aller berechtigter Vielfalt bedürfe es in der Kirche immer auch der Einheit, betonte Schwarz.
Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn begrüßte die Ernennung. Schwarz bringe gute Voraussetzungen mit, um in der großen Diözese Linz der Hirte zu sein. Es gebe viel Verbindendes zwischen dem neuen Diözesanbischof und seinem Vorgänger Aichern, so Schönborn: Beide stammten aus einfachen Verhältnissen "und sind deshalb den Menschen besonders nahe", beide seien in Wien aufgewachsen, beide kommen aus Ordensgemeinschaften.
Für Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (V) ist die Ankündigung von Schwarz, mit allen das Gespräch zu suchen, "ein deutlicher Hinweis dafür, dass Schwarz die Diözese im Geiste seines Vorgänger führen wird". Er werde den "bewährten sozialen Weg des großen Linzer Bischofs Maximillian Aichern" weitergehen, zeigte sich auch Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S) zuversichtlich. Es zeichne sich ab, dass Schwarz den von Aichern gerpägten Weg des Miteinanders und Dialogs fortführen werde, erklärte FPOÖ-Landesparteiobmann Günther Steinkellner.
"Auf Grund der bisherigen guten Zusammenarbeit freut es mich, dass Ludwig Schwarz als Diözesanbischof nach Linz kommt", betonte der Direktor des katholischen Hilfswerks MIVA, Franz X. Kumpfmüller. Schwarz ist seit 2002 Vorsitzender des MIVA-Kuratoriums. Er gehe auf die Menschen zu und sei um Ausgleich bemüht, erklärte der Provinzial der Salesianer Don Boscos, P. Franz Wöß. Schwarz werde genauso wie Aichern auf die der Unterstützung durch die Katholische Aktion Oberösterreich zählen könne, betonte deren Präsidentin Margit Hauft.
Ludwig Schwarz, mit dessen Bestellung zum Bischof von Linz nun alle zehn Diözesen Österreichs wieder besetzt sind, bezeichnet sich selbst gerne als "Mann der Mitte". Seine Schwerpunkte im Rahmen der Bischofskonferenz Mission und Entwicklungszusammenarbeit sowie "Iustitia et Pax" (Gerechtigkeit und Frieden). Als Heimatvertriebener ist Schwarz ein glaubwürdiger Verfechter der Versöhnung zwischen Deutschsprachigen, Tschechen und Slowaken.
Schwarz, der am 25. November 2001 zum Weihbischof der Erzdiözese Wien geweiht wurde, wurde am 4. Juni 1940 als erstes von neun Kindern in Preßburg (Bratislava) geboren. 1945 zog die Familie nach Wien. Mit 14 Jahren kam Schwarz ins Aufbaugymnasium der Salesianer Don Boscos in Unterwaltersdorf (Niederösterreich) und entschied sich dort bereits 1956 für den Ordens-Eintritt. Er wurde 1964 zum Priester geweiht, absolvierte das Studium der klassischen Philologie und der Archäologie an der Universität Wien. 1971 promovierte er zum Doktor der Philosophie. (apa)
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