Mittwoch, 6. Juli 2005

Lkw rammt voll besetztes Auto: Drei Tote bei einem Geisterfahrerunfall in Salzburg

  • Vater & zwei Söhne einer türkischen Familie sterben
  • Lkw-Lenker hatte 2,12 Promille im Blut

2,12 Promille hatte ein 34-jähriger Geisterfahrer aus Grünau (OÖ) im Blut, der Dienstag Abend in Salzburg mit seinem Lkw einen verheerenden Verkehrsunfall verursacht hat. Drei Menschen starben, weitere drei wurden schwer verletzt. Der Kraftfahrer war mit seinem Laster gegen 21.45 Uhr auf der Tauernautobahn (A10) kurz nach dem Tauerntunnel (Pongau) frontal in den Wagen einer aus Deutschland stammenden türkischen Familie geprallt, teilte das Landespolizeikommando mit..

Der Oberösterreicher war mit seinem Lkw von Villach kommend durch den Tauerntunnel in Richtung Salzburg unterwegs gewesen. Nach der Tunnelausfahrt lenkte der 34-Jährige sein Schwerfahrzeug in einer Rechtskurve der A10 - an der Stelle gibt es einen Gegenverkehrsbereich ohne Leitschienen - aus unbekannten Gründen geradeaus. Er geriet dadurch auf die Richtungsfahrbahn Villach, wo er dann etwa drei Kilometer als Geisterfahrer unterwegs war.

Plötzlich kam dem Laster der Pkw des aus Eitorf in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) stammenden türkischen Staatsbürgers auf der Überholspur entgegen. In dem Wagen befanden sich noch die Frau des Türken sowie drei Söhne. Die Familie war auf dem Weg in die Türkei.

Die beiden Fahrzeuge stießen frontal zusammen. Der Türke (42) und zwei Kinder (13 und 15) wurden so schwer verletzt, dass alle drei noch an der Unfallstelle starben. Die Ehefrau (41) und ein 20-jähriger Sohn wurden verletzt vom Roten Kreuz ins Krankenhaus Schladming eingeliefert. Der Lastwagenfahrer erlitt ebenfalls Verletzungen.

Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde bei dem Lkw die Vorderachse ausgerissen. Das Schwerfahrzeug schlitterte 100 Meter weiter nach links über den ersten Fahr- bzw. Pannenstreifen. Dort durchstieß das Schwerkraftfahrzeug die Leitschiene und stürzte auf einen an der Autobahn vorbeiführenden Weg. Beide Fahrzeuge wurden total beschädigt.

Der Lkw wurde mittels eines Bergekranes geborgen und abtransportiert. Die Freiwillige Feuerwehr Flachau führte die Bergung der Verunglückten mit Hilfe einer Bergeschere durch. Die Richtungsfahrbahn Villach war während der Aufräumungsarbeiten bis kurz nach 2.00 Uhr gesperrt. Die Sicherstellung der Fahrzeuge und die Untersuchung durch einen Sachverständigen wurde angeordnet.

(apa)

6.7.2005 07:33