Montag, 4. Juli 2005

Wieder versuchter Gefängnisausbruch:
2 Männer wollten aus Graz-Karlau flüchten

  • Wollten mit selbst gebastelter Leiter über Mauer
  • Überwachungskamera "entdeckte" Ausbruchsversuch

Der Fluchtversuch zweier Häftlinge aus der Justizanstalt Graz-Karlau ist am Wochenende vereitelt worden. Die beiden Männer - unter ihnen dem Vernehmen nach ein bekannter "Ausbrecherkönig" - wollten mit einer selbst gebastelten Leiter über eine Mauer entkommen. Ihnen droht nun ein Ordnungsstrafverfahren.

Dass der Ausbruchsversuch erst am Montag bekannt wurde, gab Anlass zu Spekulationen. Dass dieser vertuscht werden sollte, wurde offiziell dementiert: "Was sollten wir damit bezwecken", hieß es von Seiten des Justizministeriums am Montag, "wir sind froh zu berichten, dass die Flucht nicht gelungen ist."

Der Zwischenfall ereignete sich am Samstag. Am Monitor einer Überwachungskamera hatte ein Beamter gesehen, wie zwei Häftlinge - beide wegen Vermögensdelikten in Haft - mit einer Leiter über eine der Gefängnismauern flüchten wollten. Die Leiter aus Metall und Holz dürften die Insassen selbst zusammengebaut haben. Der Beamte konnte den Ausbruchsversuch verhindern.

Keine Informationen zur Identität der Häftlinge
Zur Identität der beiden Häftlinge wollte Karl Drexler, leitender Staatsanwalt in der Strafvollzugsabteilung im Justizministerium, keine Angaben machen. Er teilte lediglich mit, dass zumindest einer der beiden Männer seit geraumer Zeit immer wieder straffällig geworden sei.

Zu dem gescheiterten Ausbruch meinte Drexler, dass es schon "stärkere Versuche" gegeben hätte, dieser scheine "weniger durchdacht". Zuletzt würden sich die Fälle häufen, da Häftlinge durch die mediale Berichterstattung auf die Idee kämen, es auch zu wagen, meinte Drexler.

Den beiden Insassen drohe nun ein Ordnungsstrafverfahren. "Von einem Verweis über die Entziehung von Rechten bis hin zum Hausarrest ist alles möglich", beschrieb der Staatsanwalt die Folgen für die beiden verhinderten Ausbrecher.

Drei vollzogene Ausbrüche und zwei Versuche vereitelt - so lautete die bisherige Bilanz der vergangenen Tage: Am 12. Juni entkam ein Rumäne aus der Justizanstalt St. Pölten, am 15. Juni ein krebskranker Häftling aus dem Wiener Krankenhaus Lainz. Am 17. Juni konnten zwei Georgier aus der Justizanstalt Ried im Innkreis flüchten, zwei Landsleute wurden beim Durchsägen von Gitterstäben erwischt. Ausbruchsversuche aus der Anstalt Hirtenberg und aus dem St. Pöltener Polizeianhaltezentrum wurden vereitelt.
(apa)

4.7.2005 14:45