Donnerstag, 30. Juni 2005

Vier Österreicherinnen unter weltweit 1000 Friedensnobelpreis-Kandidatinnen

  • U. Bock, H. Gross-Mayr, Irma Schwager, M. Thuswald

Unter den weltweit 1000 Frauen, die für den Friedensnobelpreis im Jahr 2005 nominiert wurden, befinden sich auch vier Österreicherinnen. Dies sind Hildegard Goss-Mayr, Marion Thuswald, Ute Bock sowie Irma Schwager.

Hildegard Goss-Mayr ist die Ehrenpräsidentin des Internationalen Versöhnungsbundes. Seit mehr als 52 Jahren lehrt sie den gewaltlosen Widerstand gegen Unrecht und Repression. Sie engagierte sich auch auf den Philippinen, in Lateinamerika sowie auf Madagaskar. Sie war als Beraterin des brasilianischen Erzbischofs Dom Helder Camara tätig. Von ihr beeinflusst ist auch der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel, der den gewaltlosen Kampf gegen die argentinische Militärdiktatur anführte. In den 80er-Jahren war einer ihrer Tätigkeitsschwerpunkte die Schulung von Gruppen für den gewaltlosen Widerstand auf den Philippinen. Der Erfolg der "Rosenkranz-Revolution" gegen das Marcos-Regime war auch ihrem Einfluss zu verdanken.

Flüchtlingshelferin
Die bekannte Flüchtlingshelferin Ute Bock ist ebenfalls unter den nominierten Frauen. Die 1942 Geborene kümmert sich seit Anfang der neunziger Jahre um jugendliche Asylwerber in Wien. Sie organisiert private Wohngemeinschaften, die sie selbst finanziert und in ihrer Freizeit betreut. Ihr Wohnprojekt hat sich mittlerweile auf 50 Wohnungen ausgeweitet, wo 200 Menschen Unterkunft finden. Zusätzlich hat sie für mehrere hundert Asylwerber eine Meldeadresse und juristische Beratung organisiert, damit sie ihre Asylverfahren weiterführen können.

Widerstandskämpferin
Irma Schwager war im französischen, kommunistischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv. Die 1920 geborene Jüdin war ehemalige Vorsitzende des Bundes demokratischer Frauen und Mitglied des Politischen Büros der KPÖ. Sie unterstützt die Einhaltung der Ziele der UNO-Frauenkonferenz und engagiert sich für die Entwaffnung.
Marion Thuswald ist Vorsitzende des Vereins der Österreichischen Friedensdienste. Die 1978 geborene Thuswald leitete ein Jugendprojekt in der vom Krieg zerrütteten kroatischen Stadt Vukovar.

Friedensaktivistin
Unter den tausend nominierten Frauen befindet sich außerdem die in Österreich geborene Friedensaktivistin Erni Friholt (68). Sie engagierte sich unter anderem für die Gründung des Staates Bangladesch und war dort sowie in Indien als Aktivistin und Solidaritätsarbeiterin tätig.
(apa/red)


30.6.2005 08:41