Mittwoch, 29. Juni 2005

Michael Häupl: Wer is’ stärker? I oder i?Wien wählt im Oktober

  • In Wien muss er die Gegner nicht fürchten.
  • Jetzt greift er im NEWS-Gespräch den Kanzler an.

Das Timing ist gekonnt. Erst drei Tage Donauinselfest mit mehr als drei Millionen BesucherInnen, mit viel Sonne, Musik, Alkohol und Urlaubsstimmung. Vier Tage darauf folgt die Auflösung des Wiener Gemeinderats als Startschuss für die Herbstwahl in Wien, voraussichtlich am 23. Oktober.

Den Termin selbst legt der Bürgermeister per Kundmachung fest, und dafür hat er bis Ende August Zeit. Bis dahin, so beteuert er, soll die Wählerschaft nicht vom Wahlkampf behelligt werden.

Einer mit den Umfragewerten des Bürgermeisters und Landeshauptmanns kann sich diese Lockerheit leisten. In Wahrheit spielt er in der Stadt in einer eigenen Klasse. Keiner der Konkurrenten kommt auch nur in die Nähe der SPÖ-Werte, keiner kratzt ernsthaft am Image des Titelverteidigers. Da könnte er höchstens mit Nestroy rätseln: „Wer is’ stärker: i oder i?“

Fernduell Kanzler vs. Bürgermeister. Und so kommt es Michael Häupl durchaus zupass, dass sich der Bundeskanzler am Parteitag der Wiener ÖVP zu einem scharfen Angriff gegen „die roten Hausmeister“ hinreißen ließ und ihn persönlich einen „Meister der tiefen Töne und des niedrigen Niveaus“ nannte.

Damit ist ein Fernduell eröffnet, das Häupl gefällt. Schließlich hatte er dem Kanzler einen gemeinsamen Super-Wahlsonntag im Herbst angeboten (NEWS 18/05), natürlich nur, um dem Land eine stabile Bundesregierung für die im Jänner 2006 beginnende österreichische EU-Ratspräsidentschaft zu ermöglichen. Häupl hätte im Wahlkampf einen echten Gegner gehabt – doch Wolfgang Schüssel denkt gar nicht daran. Er will „arbeiten bis zur letzten Minute. Wer früher zu den Urnen geht, will nicht arbeiten.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS Interview: Michel Häupls Antwort auf die Attacken des Kanzlers.
„Nervosität und bürgerlicher Hass auf Wien“

29.6.2005 18:13