Samstag, 2. Juli 2005

Postbus-Teilverkauf abgeschlossen: Laut Minister Gorbach sind 28 Pakete abgesetzt

  • In Summe veräußert ÖBB nur 150 statt 190 Strecken
  • Inoffizielle Erlös aus dem Postbus-Verkauf: 12,5 Mio.

Der Teilverkauf der österreichischen Postbus AG ist abgeschlossen. Das hat Vizekanzler und Infrastrukturminister Gorbach am Samstag mitgeteilt. Von ursprünglich 31 Verkaufspaketen hat der Postbus demnach für 28 einen Käufer gefunden, die restlichen drei werden nicht mehr verkauft, so Gorbach. Über den Verkaufserlös wurde Stillschweigen vereinbart, erwartet wurden zuletzt rund 12,5 Mio. Euro.

In Summe wird die ÖBB Postbus GmbH demnach statt ursprünglich etwa 190 zur Privatisierung vorgesehenen Strecken knapp 150 veräußern. Hauptbetroffen von der Teilprivatisierung sind Niederösterreich und Oberösterreich.

Nicht verkauft wurde laut Gorbach das Paket "Oberösterreich 3" im Raum Steyr, das Paket "Steiermark 5" in der Gegend Graz-Leibnitz und das Paket "Niederösterreich 1" im Waldviertel. Diese in Summe 41 Linien werde Postbus behalten und weiter betreiben, betonte Gorbach.

Die Gewerkschaft, die mehrmals gegen die Privatisierung gestreikt hatte, sprach am Wochenende von einem "bedeutenden Erfolg". Weil die nicht verkauften Pakete zu den personalintensivsten gezählt hätten, habe sich die Zahl der Mitarbeiter, die ihren Dienstgeber wechseln müssen, von zuletzt 407 auf 169 reduziert, sagte Betriebsratschef Robert Wurm.

151 der betroffenen Postbus-Mitarbeiter sind Beamte, sie behalten trotz des Dienstgeberwechsels ihren Status. Auch die weiteren 18 Angestellten müssen gemäß eines ausverhandelten Sozialplans von den Privaten mit sämtlichen bestehenden Ansprüchen übernommen werden.

Gorbach zeigte sich "besonders erfreut", dass die ursprünglich "angestrebte österreichische Lösung" nun doch gelungen sei. Alle Käufer seien schon bisher in Österreich tätig gewesen, Markteintritte neuer ausländischer Unternehmen hätten "verhindert werden können", so Gorbach. SPÖ-Oberösterreich-Chef Erich Haider kritisierte die Teilprivatisierung jedoch als "absolut unnötigen Privatisierungsdeal". (apa)

2.7.2005 12:36