Freitag, 1. Juli 2005

So werden Sie zum Börsenprofi: Teil 3 zeigt,
wie Sie Börsenpsychologie nutzen können

  • FORMAT zeigt Ihnen, wie Sie steuersparend kassieren
  • PLUS: Das Börse-ABC und die besten Tipps & Tricks!

Zum Abschluss der FORMAT-Börsenserie lesen Sie, wie man sich die Börsenpsychologie zunutze macht, mit Optionen und Turbos spekuliert und die Gewinne steuersparend kassiert.

Mitte März 2003: An den Börsen herrschte Weltuntergangsstimmung. Drei Jahre nach dem Platzen der High-Tech-Blase lagen die Nerven der Anleger blank - selbst vermeintlich sichere Blue-Chip-Aktien verloren 70 Prozent und mehr. Dazu kam noch die Unsicherheit, ob und wann US-Präsident George Bush gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein losschlagen würde. Nicht nur Kleinanleger, sondern auch Großinvestoren wie Versicherungen schmissen ihre Aktien voller Panik auf den Markt.

Gegen den Strom schwimmen. Genau zum falschen Zeitpunkt. Just an dem Tag, als Präsident Bush das Startsignal für den zweiten Golfkrieg gab, fingen die Aktien wieder an zu steigen. Wer im März 2003 den Mut hatte, Dax-Aktien zu kaufen, hat bis heute 90 Prozent gewonnen (siehe Chart Seite 89). Übrigens: FORMAT hatte am 28. Februar, wenige Tage vor dem Kriegsausbruch, dieses optimistische Börsenszenario vorhergesagt - analog zur zynischen, aber oft zutreffenden Börsenerfahrung "Kaufen, wenn die Kanonen donnern". Damals stand in FORMAT unter der Überschrift "Aktien aggressiv kaufen" zu lesen: "Anleger sollten bereits jetzt, spätestens jedoch wenn sich eine erfolgreiche Mission abzeichnet, ihr Geld in Aktien umschichten."

Umgekehrt sollte man Gewinne mitnehmen, wenn die Börsenbullen in allzu lautes Triumphgeheul ausbrechen. Wolfgang Pinner, Veranlagungschef der Pensionskasse VBV, bevorzugt es generell, sich gegen den breiten Konsens zu stellen. Pinner, auch Autor des Buchs "Die bessere Börsestrategie. Wie Sie gegen den Strom schwimmen und gewinnen", schrieb: "Ein Fehler ist es, in Übertreibungsphasen noch einzusteigen. Oft verstärken sich Trends, die schon lange anhalten, gegen Schluss noch einmal. Wenn die Kurskurve zu steil wird, markiert das meist das Ende der Hausse." Pinner wird diesbezüglich beim ATX fündig: "Ab Oktober 2004 ist beim ATX eine Überhitzung zu erkennen, im Mai ist die Kurve noch steiler geworden. Ein klares Zeichen, dass die Börse Wien das Ende der Fahnenstange erreicht. Wer nicht aussteigen möchte, sollte die Kurse zumindest täglich beobachten."

Steigen Sie in Etappen aus ihren Investments aus
Eine Möglichkeit ist es, in Etappen auszusteigen - also die umgekehrte Taktik anzuwenden wie beim Einstieg mittels Fondssparplan. Eine weitere Möglichkeit ist, das Depot über Optionen oder Turbozertifikate abzusichern. Diese dienen erfahrenen Anlegern nicht nur dazu, mit einem Hebel zu investieren (siehe Kasten S. 91), sondern auch zu defensiven Zwecken. Heike Arbter, Expertin der RCB: "Mit unserem ATX-Short-Zertifikat kann man ein Depot von 10.000 Euro durch den Kauf von rund 330 Zertifikaten zum Gesamtpreis von etwa 600 Euro neutralisieren, allerdings verzichtet man dann auch auf etwaige Kursgewinne." Der relativ geringe Kapitaleinsatz des Zertifikats (WKN RCB1FH) ergibt sich durch den hohen Hebel von 16.

Allerdings sollte man den Einsatz solcher Short-Zertifikate auf Ausnahmesituationen beschränken. Schließlich gewinnen an der Börse langfristig nur diejenigen, die rechtzeitig auf steigende Kurse setzen.

Noch mehr Infos finden Sie im Anschluss und im aktuellen "FORMAT"

1.7.2005 13:37