Post-Marktöffnung kommt wohl nicht vor 2009: Gesetz soll heuer abgesegnet werden
- Wirtschaftsbund: Liberalisierung brächte 10.000 Jobs
- Post wehrt sich gegen Proteste: Bringt nur "Minijobs"
Der österreichische Post-Markt wird wohl nicht vor 2009 komplett für den freien Wettbewerb geöffnet werden. In einem Entwurf zum neuen Postgesetz, das noch heuer vom Parlament abgesegnet werden soll, sei von einer Vollliberalisierung "jedenfalls nicht vor 2009" die Rede, erklärte Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf am Mittwoch.
Laut Informationen aus dem Infrastrukturministerium soll der Entwurf schon in den nächsten Tagen in Begutachtung gehen. Der Wirtschaftsbund will dennoch weiter versuchen, eine vorgezogene Liberalisierung des Briefmarktes bereits ab 1.1.2007 zu erreichen.
Mit einer Studie der Manner-Romberg-Unternehmensberatung (MRU) will Kopf belegt haben, dass durch neue Post-Anbieter in Österreich binnen drei Jahren 10.000 neue Jobs geschaffen werden könnten. Außerdem glaubt der Wirtschaftsbund, dass durch die Liberalisierung das Angebot verbessert und das Briefporto gesenkt würde. Die heimischen Posttarife würden derzeit 25 Prozent über dem EU- Durchschnitt liegen - "typische Monopolauswirkungen", konstatierte Kopf.
In Deutschland habe jeder private Anbieter im Durchschnitt 74 neue Arbeitsplätze generiert. Der Abbau von 20.000 Mitarbeitern bei der Deutschen Post seit 1998 sei durch die Schaffung 37.000 neuer Jobs bei Privaten mehr als kompensiert worden, erklärte MRU-Chef Horst Manner-Romberg.
Der private Zustell-Dienstleister Redmail, ein Joint Venture der Styria Medien AG und der niederländischen Post, würde im Fall einer Komplettliberalisierung des Postmarktes mit eigenen Filialen den Postämtern der Post AG Konkurrenz machen. Für einen österreichweiten flächendeckenden Postdienst wären rund 2.000 eigene Annahmestellen nötig, erklärte Redmail-Geschäftsführer Kurt Schügerl am Mittwoch - mit der Einschränkung: "Wenn das Volumen groß genug ist".
(apa)

