Montag, 27. Juni 2005

Polnischer Außenminister äußert sich kritisch: "Mangel an Konzepten" in der EU

  • D. A. Rotfeld mit einer Absage an nationale Egoismen

Der polnische Außenminister Daniel Adam Rotfeld hat in der gegenwärtigen Krise der Europäischen Union Stillstand und Mangel an Konzepten beklagt. "Die Europäische Union ist kein multinationales Unternehmen, dem gute Manager ausreichen, sondern ein großes, einzigartiges politisches Projekt, das Führung braucht", sagte er am Montag bei der Eröffnung der jährlichen Botschafterkonferenz in Warschau. "Eine solche Führung hat gefehlt." Nationale Egoismen verdrängten Werte, die die Grundlage der EU bildeten, kritisierte Rotfeld. Die EU brauche Dialog und Diskussion, aber auch "mutiges und umsichtiges Handeln".

Es müsse überlegt werden, wie die EU den Bürgern näher gebracht werden könne, sagte Rotfeld. Die Brüsseler Entscheidungen müssten für die Menschen in der EU nachvollziehbar sein, damit keine Mythen entstünden, die die Integration Europas störten, wie etwa der vor dem französischen EU-Verfassungsreferendum als Gegenargument angeführte "polnische Klempner", der französische Arbeitsplätze bedrohe.

(apa)

27.6.2005 12:22