Al Kaida ermordet ägyptischen Diplomaten: Mann war am Samstag entführt worden
- Terrornetzwerk veröffentlicht im Internet Botschaft
- "Gottesurteil" gegen "Botschafter der Ungläubigen"
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Der im Irak entführte ägyptische Diplomat Ihab al-Sharif ist von den Terroristen um den Jordanier Abu Musab al-Zarqawi ermordet worden. Eine entsprechende Erklärung und ein Video, auf dem Sharif zu sehen ist, wurden am Donnerstag in einem Islamisten-Internetforum veröffentlicht. In der Erklärung, die mit Al-Kaida im Zweistromland unterzeichnet war, heißt es unter anderem: "Ägypten war einer der ersten Staaten, die Botschafter zu der üblen (irakischen) Regierung geschickt haben."
Das "Gottesurteil" gegen den "Botschafter der Ungläubigen" sei vollstreckt worden, hieß es in der Botschaft, deren Echtheit sich zunächst nicht überprüfen ließ. Sharif war am Samstag entführt worden.
Die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hatten die Geiselnahme verurteilt. Die führenden Religionsgelehrten Ägyptens hatten die Entführer aufgefordert, Sharif im Namen des Islam freizulassen.
Die irakische Übergangsregierung hat nach der Entführung und Ermordung des ägyptischen Diplomaten die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Botschaften in Bagdad verschärft. Ein Beamter des Innenministeriums sagte am Donnerstag, Hunderte von Polizisten seien ausgeschwärmt, um die diplomatischen Vertretungen zu schützen.
Innenminister Bayan Bakr Solagh erklärte, die Tatsache, dass die Terroristen nun Diplomaten angriffen, zeige, dass sie nicht mehr in der Lage seien, "mindestens zehn Autobomben pro Tag zu zünden".
15 Tote bei Autobombenanschlag
Bei einem Autobombenanschlag auf einem Gebrauchtwagenmarkt in Hilla starben am Mittwochabend 15 Menschen. Wie Krankenhausärzte in Hilla am Donnerstag berichteten, wurden 31 weitere Zivilisten verletzt, als kurz hintereinander zwei Autobomben explodierten. Hilla liegt südlich von Bagdad und ist mehrheitlich von Schiiten bewohnt.
Innenminister Solagh, der zur Schiiten-Partei SCIRI gehört, hatte zuvor versprochen, Folterer in den Reihen der Polizei zu bestrafen. Es habe schon erste Verhaftungen gegeben. Der Minister beteuerte, er sei schon auf Grund seiner persönlichen Erfahrung - Mitglieder seiner Familie seien von Saddam Husseins Schergen gefoltert und getötet worden - nicht bereit, derartige Übergriffe zu tolerieren. Vertreter der Sunniten hatten über Menschenrechtsverletzungen durch Mitglieder der SCIRI-Miliz geklagt, die heute zur Polizei gehören.
In Kerbela starben ein Mann und ein Mädchen, als ein Sprengsatz neben dem Haus eines irakischen Soldaten explodierte. In Kirkuk starb ein Aufständischer beim Anbringen eines Sprengsatzes, der vorzeitig explodierte. Ein Kind wurde verletzt.
(apa/red)
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