30 Jahre hinter Gittern? Lange Haft für Kinderschänder in Angers gefordert
- 66 Angeklagte warten in Mega-Prozess auf das Urteil
Die Anklage hat am Freitag im größten Kinderschänderprozess der französischen Geschichte langjährige Haftstrafen gegen weitere Hauptverdächtige gefordert. Im Falle des Angeklagten Eric J. plädierte die Staatsanwaltschaft in Angers auf eine Haftstrafe von 30 Jahren.
Auch die beiden Angeklagten Franck V. und Philippe V., die beide bereits 1991 wegen Vergewaltigung verurteilt worden waren, sollen nach dem Willen der Anklage für 30 Jahre ins Gefängnis. In anderen Fällen forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von bis zu 20 Jahren.
Der Kinderschänder-Prozess von Angers ist der größte in der französischen Justizgeschichte. Zu verantworten haben sich 66 Angeklagte, unter ihnen 27 Frauen. Sie sollen zwischen 1999 und Februar 2002 mindestens 45 Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren sexuell missbraucht oder prostituiert haben. Unter diesen sind drei Kinder von Franck und Patricia V., denen nach Ansicht der Anklage das Sorgerecht entzogen werden soll.
In dem Verfahren waren unerträgliche Einzelheiten zu den Missbrauchsfällen ausgebreitet worden. Die kommende Woche wird von den Plädoyers der Verteidigung geprägt sein. Das Urteil wird für 25. Juli erwartet. (apa)
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