Bombenanschlag in Dagestan: Mindestens
elf Tote in südrussischer Unruheregion
- Anschlag auf Soldaten mit ferngezündeter Bombe
- Starke Explosion beschädigt auch umliegende Häuser
Bei einem Bombenanschlag in der südrussischen Unruheregion Dagestan sind am Freitag elf Menschen getötet und 23 verletzt worden. Die Bombe sei in der Hauptstadt Machatschkala explodiert, als drei Lastwagen mit Soldaten des Innenministeriums vorfuhren, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft mit. Es seien Soldaten wie Passanten getroffen worden.
Einem hochrangigen Justizmitarbeiter zufolge detonierte die mit Metallteilen präparierte Bombe am frühen Nachmittag vor einem Badehaus in Machatschkala, der Hauptstadt Dagestans, als dort mit drei Lastwagen rund 60 Soldaten von einem Stützpunkt außerhalb der Stadt ankamen. Die Explosion war so stark, dass auch andere Gebäude beschädigt wurden.
Polizeiexperten schätzten die Sprengkraft der ferngezündeten Bombe auf sieben Kilogramm Dynamit, wie russische Medien berichteten.
In der Teilrepublik Dagestan, die neben Tschetschenien liegt, verüben mutmaßliche islamistische Extremisten seit Monaten fast täglich Überfälle auf Sicherheitskräfte. An gleicher Stelle wurde bereits 2002 ein Bombenanschlag mit sieben Toten verübt. In der Nähe des Bades liegt die Rekrutensammelstelle von Dagestan.
Wegen des Bombenanschlags auf den Zug von Grosny nach Moskau mit 42 Verletzten am 12. Juni erging unterdessen Haftbefehl gegen zwei jugendliche Mitglieder der russischen Nationalistengruppe RNE. Die Polizei hatte zunächst tschetschenische Terroristen als Täter vermutet, doch dann deuteten die Umstände auf einen fremdenfeindlichen Anschlag rechtsgerichteter Extremisten hin.
(apa/red)
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