Neue Kämpfe an Grenze zwischen Israel und Libanon: Luftangriffe gegen Hisbollah
- Reaktion auf Attacke gegen israelischen Grenzposten
- Tel Aviv macht libanesische Regierung verantwortlich
An der israelisch-libanesischen Grenze ist es nach Wochen relativer Ruhe wieder zu Gefechten gekommen. Die israelische Luftwaffe flog am Donnerstagabend im Süden des Libanons einen neuen Angriff. Ein Armeesprecherin sagte, es sei ein mutmaßliches Versteck einer Hisbollah-Gruppe angegriffen worden. Am Vortag hatte die Hisbollah diesen Angaben zufolge einen Militärposten an Israels Nordgrenze angegriffen und dabei einen israelischen Soldaten getötet und vier weitere verletzt.
Israel legte nach den Gefechten vom Vortag, bei denen auch ein Hisbollah-Kämpfer getötet worden sein soll, Protest beim UN-Sicherheitsrat ein. Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman habe in einem Schreiben die libanesische Regierung für Zwischenfälle in dem Grenzgebiet verantwortlich gemacht, berichtete das israelische Armeeradio.
Aus israelischen Flugzeuge wurden am Donnerstag vor Beginn der neuen Gefechte in Südlibanon Flugblätter in arabischer Sprache abgeworfen. In der mit "Der Staat Israel" unterschriebenen Erklärung heißt es unter anderem, die libanesische Regierung sei für die Operationen der "Terroristen" der Hisbollah verantwortlich und müsse die Kontrolle im Süden des Landes übernehmen. Hisbollah riskiere die Zukunft des Landes, das gerade erst seine Unabhängigkeit (von Syrien) erlangt habe.
Am Donnerstag hatte Libanons Staatspräsident Emile Lahoud den Syrien-kritischen ehemalige Finanzminister Fuad Siniora für den Posten des Ministerpräsidenten nominiert. Siniora ist ein Weggefährte des im Februar ermordeten ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri und soll die erste Regierung nach dem Abzug der syrischen Truppen aus Libanon anführen.
Israel hatte seine Truppen im Mai 2000 nach 18-jähriger Besatzung aus der so genannten Sicherheitszone in Südlibanon abgezogen. Die Vereinten Nationen legten danach die Grenzen zwischen beiden Ländern neu fest. Libanon fordert jedoch den zusätzlichen Abzug Israels von den Shebaa-Farmen. Die UN unterstützen die Position Israels, dass der Status des 1967 von Syrien eroberten Gebietes in künftigen Friedensverhandlungen mit Damaskus geklärt werden muss.
(apa/red)
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