Mittwoch, 29. Juni 2005

Italien von Hitzewelle lahmgelegt: Hohe Temperaturen forderten schon zig Tote!

  • Frankreich und Spanien atmen auf: Erste Abkühlung
  • KLICKEN: So wird das Wetter in den nächsten Tagen

Wasserknappheit, Stromengpässe, Tote: In Italien leiden die Menschen noch immer unter der Hitzewelle. In Frankreich und Spanien hingegen deuteten leicht gesunkene Temperaturen am Mittwoch auf die lang ersehnte Abkühlung hin. Rekordhitze verzeichnete allerdings die spanische Ferieninsel Mallorca.

"Italien stirbt vor Hitze", kommentierte eine italienische Zeitung am Mittwoch. Am Dienstag seien weitere zehn Menschen den Rekordtemperaturen zum Opfer gefallen, berichtete "La Repubblica". Allein in Mailand kamen fünf Menschen ums Leben, hieß es. Vor allem in Nord- und Mittelitalien zeigten die Thermometer weiterhin Werte von mehr als 35 Grad an. In den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrere Hitzetote gegeben.

Erst für Freitag sei im Norden Italiens etwas Abkühlung in Sicht. Dann soll es dort erste Gewitter geben. Unterdessen ist der Stromverbrauch wegen des übermäßigen Einsatzes von Klimaanlagen auf Höchstwerte gestiegen. Da die Kraftwerke überfordert sind, drohen Blackouts. In Teilen von Mailand, Pavia und Bologna sei bereits am Dienstag erstmals der Strom ausgefallen.

Hitze auch auf Mallorca: Nach Angaben des Wetteramts in Madrid wurde am Mittwoch für Palma eine Höchsttemperatur von 36 Grad erwartet. Damit dürfte die Inselhauptstadt die heißeste Stadt in ganz Spanien sein.

In weiten Teilen der Iberischen Halbinsel herrschte Mitte der Woche sommerlich warmes Wetter, aber keine Hitze. In Malaga an der Costa del Sol wurde es nicht mehr als 30 Grad warm, in Madrid 29 und in der sonst so heißen südspanischen Metropole Sevilla nur 28 Grad. In der Gegend von Cadiz in Südspanien kämpfte die Feuerwehr seit Montag vergeblich gegen einen größeren Waldbrand. Die andauernde Dürre hat in Spanien Engpässe bei der Stromversorgung zur Folge.

Auch die Franzosen können zum Ferienbeginn an diesem Wochenende mit normalen sommerlichen Temperaturen rechnen. Gewitter und Regen sollten die Temperaturen in den nächsten Tagen erstmals wieder klar unter 30 Grad drücken. Nach den mörderischen Hundstagen im Jahr 2003 mit etwa 15.000 Hitzetoten haben sich Krankenhäuser und Notdienste aber auf eine erneut dramatische Situation vorzubereiten versucht.

Österreich dürfte laut Meteorologen von allzu großer Hitze verschont bleiben. Das Wetter zeigt sich vielmehr warm und wechselhaft. Eine am Dienstag über das Land ziehende Gewitterfront ist nicht ohne Folgen geblieben: Im Bezirk Braunau am Inn in Oberösterreich haben hühnereigroße Hagelkörner einen landwirtschaftlichen Schaden von einer Million Euro angerichtet. Bei einem Blitzschlag in eine Schutzhütte im obersteirischen Bezirk Bruck sind zwei Wandererinnen verletzt worden. (apa/red)

29.6.2005 16:35