Hitze und Dürre in Teilen Europas: Angst vor Katastrophe mit Tausenden Toten steigt
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Die Hitze-Welle nimmt kein Ende! Schwüle Gewitterluft und Temperaturen bis 39 Grad schüren in Frankreich die Angst vor einer neuen Hitzekatastrophe wie 2003 mit 15.000 Toten. Die Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad hat auch Italien weiter fest im Griff. Aus beiden Ländern wurden bereits mehrere Hitzetote gemeldet. In Spanien hat das heiße Wetter dagegen am Dienstag eine "Pause" eingelegt. Gewitter sorgten in Teilen des Landes für eine leichte Abkühlung.
In allen acht Departements des Großraums Paris wurde die dritte von vier Alarmstufen ausgelöst, nachdem am Montag ein 74-Jähriger einem Hitzschlag erlegen war. Im Elsass starb ein Mädchen in einem überhitzten Auto. Auch in Südfrankreich gab es erste der Hitze zugeschriebene Todesfälle. Die Alarmstufe drei gilt nun für mehr als ein Drittel des Landes.
Die Regierung stellte 180 Millionen Euro zur Verfügung, um die personelle Ausstattung der Notaufnahmen zu sichern. "Die Lage ist mehr als angespannt", sagte der Präsident der Notarztvereinigung AMU, Patrick Pelloux. Gewerkschafter erklärten, selbst im Krankenhaus von Corbeil bei Paris herrschten in einigen Zimmern 37 Grad. Vor allem ältere Menschen leiden in den Ballungszentren auch unter der hohen Luftbelastung. Weil der Grenzwert von 180 Mikrogramm Ozon je Kubikmeter Luft in den vergangenen zehn Tagen in Paris und Marseille jeden Tag überschritten wurde, wurden die Geschwindigkeitskontrollen verschärft.
Italien: Vorerst keine Abkühlung
In Italien sagten Meteorologen noch mindestens bis zum Donnerstag für fast alle Landesteile wolkenlosen Himmel und extreme Schwüle voraus. Erst am Freitag soll es im Norden des Landes, der besonders von der Hitze betroffen ist, Gewitter geben und sich leicht abkühlen. Norditalien hofft nach monatelanger Dürre verzweifelt auf Regenfälle, um die Ernte zu retten.
Die Hitzewelle in Italien hat weitere fünf Todesopfer gefordert, wurde am Dienstag bekannt. Die Opfer sind vor allem Pensionisten. Ein Achtzigjähriger ist am Montagvormittag gestorben, während er in Venedig spazieren ging. Der Mann, der an Herzproblemen litt, brach plötzlich zusammen. Vergebens versuchten ihn Passanten wieder zu Bewusstsein zu bringen. Er starb während der Fahrt ins Krankenhaus.
In Triest wurde eine 83-Jährige in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Im Trentino sowie in Südtirol werden seit Tagen Höchsttemperaturen zwischen 33 und 37 Grad gemeldet. Weitere Todesfälle wurden in Turin und im Raum der norditalienischen Stadt Alessandria gemeldet.
Am Montag hatte Italiens nationales Statistikamt Istat eine erschreckende Bilanz über die Todesopfer der Hitzewelle im Rekordjahr 2003 veröffentlicht. In jenem Sommer seien 20.000 Italiener gestorben, berichtete das Statistikamt. Istat korrigierte somit die offiziellen Angaben des Gesundheitsministeriums, das zuletzt von 8.000 Toten unter Senioren über 65 Jahren berichtet hatte.
Wegen der seit Tagen anhaltenden Hitze, die bis Ende dieser Woche andauern soll, hat Italiens Gesundheitsminister, Francesco Storace, Maßnahmen angekündigt, um Senioren in der heißen Jahreszeit zu helfen. Der Minister rief die Kommunen auf, eine Liste der gesundheitlich geschwächten Pensionisten vorzubereiten, die man in den heißen Monaten besonders betreuen sollte. Die meisten seien Alte und Kranke mit Herz- und Kreislaufproblemen oder mit Atembeschwerden.
Portugal: 18.600 Einwohner ohne Wasser
Die gegenwärtige Dürreperiode in Portugal schlägt alle Rekorde der vergangenen 60 Jahre. 25 Gemeinden mit insgesamt 18.600 Einwohnern haben überhaupt kein Trinkwasser mehr und bekommen das lebenserhaltende Nass per Tankwagen geliefert.
Kommt bald Anlage für künstlichen Regen?
Unterdessen arbeiten Wissenschafter aus Spanien, Israel und Belgien an einer Anlage, die künstlichen Regen erzeugt. Wie die Madrider Zeitung "El Mundo" am Dienstag berichtete, soll die "Regenfabrik" Trockenzonen am Mittelmeer zu Niederschlägen verhelfen. Das Vorhaben sieht vor, dass in Küstennähe auf mehreren Quadratkilometern Materialen ausgelegt werden, die die Sonnenenergie besonders stark absorbieren. Diese "Hitzeinseln" sollen einen Strom aufsteigender Luftmassen produzieren. Wenn diese Luft, die infolge der Nähe zum Meer sehr feucht ist, auf kalte Schichten stößt, sollen Regenfälle entstehen. (apa/red)
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